#sagmal: Wie laufen Schwangerschaft und Entbindung in Italien ab?

Noch vor einigen Wochen musste ich mir die Frage stellen, was es bedeutet hier in den Niederlanden ein Baby zu bekommen. Ich informierte mich, was da auf mich zukommen würde und fand es furchtbar interessant die Unterschiede zu dem Kinderkriegen in Deutschland zu bemerken. Das weckte in mir die Neugierde, wie es wohl in anderen Ländern ist. Durch die Expatmamas konnte ich Kontakt mit einigen Mamas aufnehmen, die mit ihren Familien, des Jobs wegen, ins Ausland gegangen sind. In den letzten Wochen konnten wir so erfahren, wie es ist in Spanien und Sardinien ein Kind zu bekommen. Heute erzählt Claudia von ihren Erfahrungen in Italien.

Schwangerschaft und entbindung in ItalienMein Name ist Claudia und ich lebe mit meinem italienischen Mann und meinen (mittlerweile fast 3!) Kindern in Norditalien. Dahin bin ich vor über 15 Jahren quasi ausgewandert- wenn auch dieser endgültige Schritt anfangs gar nicht als solcher geplant war.
Vor anderthalb Jahren habe ich aus purer Neugierde auf die Bloggerwelt meinen Blog Mäusemamma ins Leben gerufen. Ich habe mittlerweile großen Spaß daran, über unsere Alltagserlebnisse mit den Kindern zu schreiben, spontane Gedanken loszuwerden und einfach dadurch kreativ sein zu können. Außerdem bekomme ich durch das Schreiben Abstand von meinem Mami-Alltag und kann für kurze Zeit eintauchen in eine Welt, die nur mir gehört.

Liebe Claudia, ein Kind im Ausland zur Welt zu bringen ist sicherlich eine Herausforderung. Was hat dir damals die meiste Sorge bereitet und welche Vorkehrungen musstest du unbedingt treffen?

Schwangerschaft und entbindung in Italien

Ich glaube, die größten Sorgen und Bedenken sind wohl die einer jeden werdenden Mutter, egal wo sie lebt: Erkenne ich DIE Wehen? Komme ich rechtzeitig ins Krankenhaus? Verläuft die Geburt problemfrei? Bei meiner ersten Schwangerschaft vor 5 Jahren fühlte ich mich sowohl durch den Geburtsvorbereitungskurs als auch durch meinen Frauenarzt relativ gut auf das vorbereitet, was eine Entbindung mit sich bringt- selbst wenn man es sich vorher natürlich nicht wirklich vorstellen kann. Auch wenn die Geburt damals eingeleitet wurde, habe ich eine sehr positive Erinnerung an dieses einmalige Erlebnis.

Als größtes organisatorisches „Problem“ empfand ich damals, kurz vor meiner zweiten Entbindung, die eventuelle Unterbringung und Versorgung unseres zweijährigen Sohnes während meiner Abwesenheit. Da wir kaum engere, vertraute Verwandtschaft in der Nähe haben und meine Eltern in Deutschland, 6 Autostunden von uns entfernt, leben, benötigten wir für die Tage der Geburt eine für uns und unseren Sohn angemessene Lösung. Immerhin war die Ankunft seines Schwesterchens und meine mehrtägige Abwesenheit auch für ihn eine Herausforderung. Deshalb war es uns wichtig, dass er sich während dieser Zeit in den Händen einer vertrauten Person befand, die wir dann auch gefunden haben.

Da mir auch im Voraus bewusst war, dass ich während des „Wochenbettes“ kaum Unterstützung im Haushalt haben werde, musste ich mich bereits vor der Geburt gut organisieren: Vorkochen und Einfrieren, die Wohnung auf Vordermann bringen, die Fenster putzen, den Kleiderschrank der Kinder „aktualisieren“ etc.
Sprachlich gesehen hatte ich keine Bedenken, da ich schon seit vielen Jahren in Italien lebe und ich generell recht gut mit der Organisation des hiesigen Gesundheitssystems vertraut war. Und wenn mir medizinische Begriffe doch mal nicht klar waren, hatte ich ja immer noch meinen Mann, den ich fragen konnte.

Schwangerschaft und entbindung in Italien

Kinder kriegen im Ausland – was war anders als in Deutschland und wie hast du es erlebt?

Ich werde auch unser drittes Kind hier in Italien zur Welt bringen, deshalb habe ich ehrlich gesagt keinen persönlichen Vergleich zur Entbindung in Deutschland. Von Freundinnen erfahre ich natürlich schon Einiges, und den größten Unterschied zu hier sehe ich dabei vor allem in der Geburtsnachbereitung: Abgesehen von einer Kontrolluntersuchung drei Tage nach der Geburt ist man nach der Entlassung größtenteils auf sich selbst gestellt. Das fand ich anfangs schon schade und fühlte mich mit der neuen Situation -besonders in den ersten Tagen- etwas alleine gelassen. Es gibt- soweit ich weiß jedenfalls- keine generelle Unterstützung der jungen Mütter daheim durch Hebammen oder Stillberaterinnen. Dafür gibt es aber sogenannte „consultori familiari“, eine Art kostenlose Beratungsstelle in größeren Städten, in denen man in der Regel Babykurse belegen, sein Kind wiegen und bei Bedarf (auch sich selbst) untersuchen lassen sowie beim dortigen Personal (Hebammen, Krankenschwestern, Ärzten) allgemeine Fragen zum Stillen, der Beikosteinführung etc. stellen kann.
Gerade mit meinem ersten Kind habe ich dieses Angebot gerne angenommen und z.B. einen Geburtsvorbereitungs- sowie einen Babymassagekurs belegt und unseren Sohn regelmäßig zum Wiegen gebracht.
Ich persönlich würde auch behaupten, dass hier die Mehrheit der Babys in öffentlichen Krankenhäusern geboren werden und Geburtshäuser und Hausgeburten eher selten sind.

Liebe Claudia, danke für diesen kurzen Einblick in deine Erfahrungen. 

Schwangerschaft und entbindung in Italien

Solltet ihr euch mehr für das Thema „Leben in Italien“ interessieren, dann besucht Claudia doch auf ihrem Blog und ich bin mir auch sicher, dass sie gern Fragen beantwortet, wenn ihr sie anschreibt.

In der nächsten Woche erzählt Jonna von ihren Erfahrungen in England.

Groetjes,

Schwangerschaft und entbindung in Italien

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