Mompositivity: mit Superkräften gegen den inneren Kritiker in uns (Blogparade und Instagram-Aktion für mehr Selbstliebe)

Überall lese ich zur Zeit etwas zu Bodypositivity, also seinen Körper anzunehmen wie er ist und zu lieben. Ich glaube es ist jedoch noch ein Stück mehr als das. Ich möchte heute mit euch über unsere innere Kritikerin mit euch reden und euch zu einer Aktion einladen.

Ich laufe im Wohnzimmer auf und ab. Über meiner Schulter liegt das Baby. Es hat sich endlich beruhigt, sabbert nur noch vor sich hin und ist kurz davor einzuschlafen. Mir kommt endlich in den Kopf, dass ich mir ja noch einen Kaffee machen wollte. Ich schaue nach draußen und merke, dass es langsam Abend wird. Na den Kaffee brauch ich mir JETZT auch nicht mehr machen, denke ich mir.

Ich lasse meinen Blick schweifen. Chaos, überall Chaos. Das Kleinkind war gegen Ende eben so müde, dass aufräumen keinen Sinn mehr gemacht hätte.
Ich denke an die Wäsche, die ich gleich unbedingt noch in den Trockner stopfen muss. Mist! Ich wollte doch heute noch zwei wichtige Telefonate führen. Die Blumen habe ich auch schon wieder tagelang nicht gegossen und ich wollte doch noch die zwei Emails beantworten. Vom Blog gar nicht zu reden.

Ich komme zu nichts. Ich krieg das alles einfach nicht auf die Reihe. Es kann doch nicht immer nur darum gehen IRGENDWIE den Alltag zu überleben. Warum schaffen alle anderen das, nur ich nicht?

Meine innerere Kritikerin ist so eine Mischung aus 50er Jahre Hausfrau und feministische Boss-Lady. Beide Perfektionistinnen, beide ohne Fehler. Ich habe das Gefühl ich enttäusche Beide. Ständig. Ich bin ganz groß darin, mich selbst ganz klein zu reden. Das unperfekte Leben ständig durch den perfektionistischen Monokel zu sehen ist wirklich anstregend. Aber die innere Kritikerin hat sich eingenistet. Ungefragt schmeißt sie mir Vorwürfe an den Kopf, meistens dann, wenn die To-Do-Liste mal wieder besonders lang ist.

Manchmal wünsche ich mir, dass sie sich in eine rundliche, liebenswerte Frau verwandelt, die mir immer mal wieder zärtlich über den Kopf streichelt und mir sagt, dass ich das alles ganz toll mache und das bald alles wieder entspannter wird. Immer dann, wenn ich kurz davor bin mir mal wieder eine moralische Ohrfeige zu verpassen.

Aber die Metamorphose dieser Kritikerin, von der zerstörerischen Bitch zum fürsorglichen Empathen, die muss ich selbst in Gang setzen. Von alleine wird das nichts. So etwas passiert nicht automatisch.

Manchmal bin ich aber nah dran.

Dann bemerke ich diese Super-Power in mir.

Wenn ich das Kleinkind pünktlich bei der Tagesmutter abgebe, obwohl es vorher ein Ich-Will-Das-NICHT-Anziehen-Drama gab.

Wenn ich mit dem Baby in der Trage das Essen koche. Und es hinterher sogar schmeckt.

Wenn ich ein müdes Kleinkind 2km weit durch den Tierpark trage und mit der anderen Hand den Kinderwagen schiebe.

Wenn ich mit dem Baby einkaufen gehe und daran denke, den blöden, leeren Kasten Malzbier endlich mitzunehmen.

Wenn ich mit der Großen kuschelnd ein Buch anschaue, während ich das Baby stille.

 

Wenn in der einen Minute das Baby und das Kleinkind weinen. Das Baby weil es übermüdet ist und Lotte einfach, weil sie lauter sein möchte. Ich den Stress-Schweiß auf der Stirn sitzen habe und ich mich dabei erwische, wie ich nur noch herum keife. Und wir dann, nur zwei Minuten später, scherzend zusammen im Auto sitzen und wir uns sagen, dass wir uns lieben.

In diesen Momenten wird mir, zum Glück, plötzlich klar:

Ey, so scheiße bist du gar nicht. Du machst das eigentlich ganz gut. Nicht immer, aber das ist menschlich.

Immer wieder lese ich, dass wir zu hart zu uns selbst sind. Dass wir ständig über unsere Grenzen gehen und das Gefühl haben, dass es trotzdem noch zu wenig ist. Aber jetzt mal ehrlich: das abzuschaffen, ist einfach auch sau-schwer!

Dieser Gedanken-Automatismus, diese Ansprüche an uns selber – wie schafft man das ab? Also so richtig abschaffen – aktiv. Ich würde euch darauf gern eine Antwort geben, aber im Moment habe ich da selbst nur eine Ahnung, aber keine wirklichen Instruktionen.

Ich glaube aber, wir könnten damit beginnen, indem wir uns die Momente, in denen wir diese Super-Power haben, immer wieder bewusst vor Augen führen.

Wenn du trotz durchgemachter Nacht, am nächsten Abend immer noch auf den Beinen stehst und du wieder dabei bist mit dem Baby durchs Wohnzimmer zu tanzen, dann klopf dir auf die Schulter. Streichle dein Inneres und sag dir:

Scheiß auf das Chaos hier, du kannst nicht alles schaffen und das was du schaffst, das machst du ziemlich gut!

Und damit wir für eben solche Momente wieder ein Bewusstsein finden, würde ich gern eine kleine Aktion ins Leben rufen:

Meine allererste Blogparade:

Schreibt bis zum 03.11.2017 einen Beitrag zu dem Thema:

#mompositivity – Situationen in denen ich meine Superkräfte spüre. Beschreibt eine oder mehrere Situationen, die ihr gewuppt habt oder täglich wuppt. Situationen von denen ihr vorher nie gedacht hättet, dass ihr DAS einmal hinbekommt. Oder die einfach scheiße schwer (auszuhalten) sind und trotzdem hinbekommt. Das muss nicht reibungslos oder perfekt sein, sondern einfach Situationen, die euch viel abverlangen und trotzdem glücken.

Ihr könnt euch dazu einfach hier eintragen und ich schreibe danach eine kleine Zusammenfassung, in welchen Momenten wir Mütter besonders toll den Alltag rocken.

Und für alle ohne Blog: Schreibt doch hier gern einen Kommentar zu genau solchen Situationen.

Außerdem würde ich es gern zu einer Dauer-Aktion machen: Wann immer ihr gerade in einem solchen Moment steckt, ladet ein Bild zu der Situation auf Instagram mit dem Hashtag #mompositivity

Ich würde mich einfach freuen, wenn wir uns gegenseitig etwas mehr Mut machen könnten. Und uns bewusster auf Sachen fokussieren, die wir hinbekommen, anstatt uns klein zu machen. Gerade für unsere Kinder sollten wir lernen uns selbst zu lieben, damit unsere innere Kritikerin nicht ihre wird.
Selbstliebe Mama Selbstfürsorge

Ähnliche Artikel

27 Kommentare

  1. Meine Große war in den Ferien am Reiterhof. Als sie zurück gekommen ist, hatte sie ganz arg geschwollene Augen, Juckreiz am ganzen Körper, alles war einfach 💩 – Allergie lässt grüßen. Doch so arg hat es sich noch nie gezeigt. Das erste war ab in die Dusche, mal alles gründlich abwaschen. Und wie sollte es anders sein – minime fängt tierisch an zu brüllen. Mann unterwegs und auch sonst niemand da. Irgendwie hab ich es geschafft die Große sauber zu bekommen, Kamillentee-Wattepads auf die Augen gelegt und gekuschelt. Und das Baby? Ja, die hab ich einfach zuerst in die Trage geschnallt und auf der Couch einfach nebenbei gestillt… Es war sehr hektisch und ich hatte kurzzeitig das Gefühl – 💩💩💩 aber letzten Endes hat es gut geklappt und beide Kids waren zufrieden 😊

    • Ja die Bedürfnisse beider Kids gleichzeitig zu versorgen ist ein echter Balance-Akt. Du kannst stolz auf dich sein. ❤️

    • Hey Miriam, das sind genau die Situationen die ich meine. Da denkt man nicht lange nach, sondern tut einfach. Und hinterher kann man furchtbar stolz auf sich sein, dass man auch diese Situation wieder gemeistert hat. Danke für deine Anekdote. Liebe Grüße,
      Sarah

    • Hey prima, wenn noch ein paar dazu kommen, werde ich im Beitrag eine Linkparty einrichten. Ich lese deinen Beitrag heute Abend. Liebe Grüße

    • Nein, habe ich noch nicht. Danke dass du mich drauf aufmerksam gemacht hast und Danke für die Abendlektüre ;) Liebe Grüße 😘

  2. Pingback: Selbstliebe | Sei lieb zu dir! | Gänseblümchen & Sonnenschein

  3. Pingback: Mompositivity: lerne das Kind in dir lieben • Mami rocks

    • Vielen lieben Dank :) Ich freue mich total, dass alle so viel Spaß daran haben, wie Bella und ich. Finde das total wertvoll. Dann werde ich mal deinen Beitrag lesen. Lieben Dank fürs mitmachen

  4. Huhu,
    ich finde die Idee und Aktion auch richtig schön und wollte unbedingt noch mitmachen. Ich finde total super, dass ich so ein paar richtig interessante Blogs gefunden habe, die ich noch gar nicht kannte. Danke! Hier (Link siehe oben) ist mein Beitrag – in der Zwillingsmama-Edition.

  5. Liebe Sarah,

    die Aktion #Mompositivity finde ich super. Deinen Blog auch. Hier ist mein Beitrag zu deiner Blogparade. Ich hoffe er ist eine interessante Ergänzung zu den vielen tollen Beiträgen, die bereits zusammen kamen.

    Liebe Grüße von Jana von patschehand.de

  6. Liebe Sarah,

    herzlichen Dank für deine Erzählung und deine Ehrlichkeit. Die Ansprüche, die wir an uns als Eltern haben, sind riesig und oft übermenschlich. Es ist nicht realistisch, alles zu schaffen, dabei immer gut auszusehen und nie die Nerven zu verlieren. Die Medien versuchen uns das zwar immer wieder zu suggerieren, lassen dabei aber gerne mal die ganzen Nannys und Haushaltshilfen aus ;-)
    Leider fehlt die Ehrlichkeit oft auch im Freundes- und Bekanntenkreis. Wer gibt schon gerne zu, dass er nicht perfekt ist?! Doch ist es nicht das, was uns Kraft gibt: Das Gefühl, nicht die einzige zu sein, die Grenzen hat?! Sollen nicht zudem auch unsere Kinder lernen, dass auch Eltern nicht alles gleichzeitig schaffen, sondern einfach nur Menschen sind, die hin und wieder durchatmen müssen?!

    Liebe Grüße

    Veronika von erziehungsgedanken.com

  7. Pingback: 7M für mehr Mamaglück | slowmama

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.