Mehr als nur Trotzphase: 15 Dinge, die du über dein Kleinkind noch nicht wusstest

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Ich habe hier schon das ein oder andere Mal über die schwierige Autonomiephase ausgelassen. Das Leben mit einem Kleinkind ist ja auch wirklich eine Herausforderung. Es sind aber auch ganz besondere Wesen, unsere Kleinkinder. Sie lernen jeden Tag so viel und überraschen uns mit neuen Fähigkeiten. Leider geht das im Stress des Alttages gerne mal unter und so habe ich mal ein bisschen recherchiert und ein paar Fakten über unsere Kleinkinder herausgefunden, die wirklich beweisen, wie zauberhaft und wunderbar sie sind.

Am Ende des Artikels verrät uns Danielle Graf, eine der Autorinnen des Bestsellers „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen“ und dem gleichnamigen Blog, welche wundersamen Entdeckungen sie bei dem Schreiben ihres Buches gemacht hat.

21 Fakten über dein Kleinkind, die dich zum Staunen bringen werden

Das Leben eines Kleinkindes ist wirklich nicht einfach, sie saugen alles um sich herum wie ein Schwamm auf und sind so damit beschäftigt die Welt um sich herum zu verstehen und zu begreifen. Was in diesen Jahren alles passiert hat mich wirklich erstaunt. Hättest du es gewusst?

1. Wort-Explosion

Wann Kinder beginnen zu sprechen ist sehr verschieden und hängt von vielen Faktoren ab, aber ab dem 2. Lebensjahr lernt dein Kleinkind täglich 5 neue Worte dazu. Ob es sie benutzt, ist jedoch wieder eine andere Sache ;)

2. Ganz schön schreckhaft

Viele Kleinkinder haben Angst vor lauten Geräuschen, wie Sirenen oder Feuerwerke. Das ist jedoch absolut kein Wunder, denn sie hören in diesem Alter hohe Töne viel besser, als wir Erwachsene.

3. „Bei uns ist er/sie ganz anders“

Wie oft haben wir das schon gehört? Kleinkinder benehmen sich oftmals bei Fremden angemessener als Zuhause. Sie brauchen die Sicherheit der Eltern, um Grenzen auszutesten und sich selbst kennen zu lernen. Nur hier haben sie im Allgemeinen das Vertrauen, dass sie trotzdem geliebt und nicht verstoßen werden.

4. Mit beiden Händen

Babys werden nicht als Rechts- oder Linkshänder geboren. Sie benutzen beide Hände gleich ausgeprägt. Erst im Kleinkindalter stellt sich heraus, welche Hand dein Kind lieber benutzt. Wovon das jedoch abhängig ist, ist noch nicht vollkommen geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass es teilweise von den Genen und teilweise vom Umfeld abhängt. Wichtig ist, dass wir unsere Kinder dabei unterstützen die Hand zu benutzen, die es bevorzugt.

5. Mama kommt nicht mehr hinterher

Gute Nachricht: nie wieder wird dein Kleinkind so aktiv sein, wie zu dieser Zeit. In dem Alter ist es auf dem Höhepunkt seiner Aktivität, um seine Bewegungsfähigkeit, sein Gleichgewicht und Koordination zu trainieren. Im Durchschnitt macht ein Kleinkind 176 Schritte pro Minute. Unglaublich, oder? Aus diesem Grund ist es jedoch auch absolut viel verlangt, dass dein Kind für längere Zeit am Esstisch stillsitzen bleibt.

6. Ganz schön schlau

2 Jährige sind in der Lage jede Sekunde eine neue Verbindung im Gehirn zu legen. Kein Wunder also, dass die Kleinen in dem Alter so viel lernen können. Und auch hier sind wir Menschen auf unserem Höhepunkt – nie wieder besitzen wir die Möglichkeit unser Hirn so stark auszubauen und so viel zu lernen.

7. Kleine Comedians

Ein Kleinkind ist, abgesehen von den täglichen Dramen, die es so durchlebt, ein sehr lebensfrohes Lebenwesen. Im Durchschnitt lachen Kleinkinder 300 mal am Tag – während wir Erwachsenen nur ca. 60 mal am Tag die Mundwinkel zu einem Lachen formen. Da können wir uns doch mal eine Scheibe von abschneiden! Und das Kinderlachen macht es ja wirklich leicht sich anstecken zu lassen, oder nicht?

8. Knochenhart

Babys werden ohne Kniescheiben geboren. Wirklich! Erst im Alter von 3 Jahren wird aus den Knorpelgewebe ein fester Knochen. 

9. Die besten Kunden

40% des Umsatzes von Mc Donalds stammt aus dem Verkauf von Happy Meals. Und dabei sind sie eigentlich genau die falsche Zielgruppe, denn gerade in diesem Alter brauchen sie so viel mehr Vitamine und gesunde Nährstoffe.

10. Du bist das Vorbild

Kleinkinder können viele Situationen noch nicht einschätzen und sind auch nicht in der Lage sie zu bewerten. Aus diesem Grund schauen sie sich das Verhalten von uns ab und beobachten genau, wie wir reagieren. Wenn du dein Kind also aussprechen lässt, es anschaust, wenn es mit dir redet und darauf angemessen reagierst, wird dein Kind lernen auch dir zu zuhören. Und das gilt natürlich für viele andere Situationen ebenfalls.

11. Bazillenschleudern

Auf dem Hochstuhl deines Kindes befinden sich im Durchschnitt 1500 Mal mehr Bakterien als in seinem Töpfchen in das es sein Geschäft verrichten soll. Oje, ich hol mal eben den Lappen…

12. Fabelhafte Phantasiewelt

Kleinkinder sind noch nicht in der Lage rational zu denken. Sie können nicht abwägen, ob etwas stimmt oder nicht und hinterfragen auch nichts. Aus diesem Grund freuen sie sich auf den Weihnachtsmann und glauben dass er durch den Kamin passt und legen der Zahnfee den Zahn unter das Kissen.
Allerdings ist das auch für uns ein Zeichen dafür, dass es wichtig ist darauf zu achten, was wir in der Gegenwart unseres Kindes sagen, welches Fernsehprogramm wir schauen oder wie wir mit unseren Kindern umgehen. Denn das was wir sagen, glauben sie auch. Wenn wir ihnen also vorwurfsvoll sagen, dass sie nie stillsitzen können, werden sie glauben, dass sie es wirklich nicht können und somit sich auch nicht anders benehmen. Hierzu habe ich einen sehr interessanten Podcast gefunden. Sehr spannend und absolut empfehlenswert!

13. Keinen Hunger

Viele Kleinkinder sind schwierige Esser. Entweder essen sie wochenlang nur Nudeln oder sie haben nach einigen Happen schon wieder genug gegessen. Der Magen deines Kindes ist nur so groß wie seine/ihre eigene Faust. Hat es zwischendurch also schon mal einen Keks oder ein Stück Apfel gegessen, kann es sein, dass dein Kind sich noch satt fühlt.

14. Wachstums-stopp

Wenn Kleinkinder erkältet sind, wird ihr Wachstum unterbrochen. Sie benötigen in ihrem kleinen Körper dann die gesamte Energie, um wieder gesund zu werden.

15. Warum?

Ein 4-jähriges Kind stellt im Durchschnitt 400 mal am Tag eine Frage. Die häufigste Frage hierbei ist „Wieso?“ oder „Warum?“. Ihr empfindet es also nicht nur so, es ist tatsächlich so dass Kinder in dem Alter so viele Fragen stellen. Und das ist vollkommen normal.

Kurz mal nachgefragt

Das gewünschteste Wunschkind Interview Trotzphase Kleinkind Danielle GrafIch habe aber noch eine Zugabe für euch und die kommt von der Bloggerin und Autorin Danielle Graf. Auf ihrem Blog gibt sie gemeinsam mit ihrer Co-Autorin Katja Seide hilfreiche Tipps zu Situationen, in denen sich Eltern mit ihren Kindern überfordert fühlen.

Sarah: „Ihr habt für euer tolles Buch sicherlich viel recherchiert. Welcher Fakt über die Entwicklung eines Kleinkindes hat euch am meisten verwundert?“

Was uns bei den Recherchen zum Thema „Trotz“ am meisten überraschte, war die Tatsache, dass wenn Kleinkinder unter Stress stehen, weil sie z.B. wütend oder sehr traurig sind, das sogenannte kognitive Gehirn ausgeschaltet ist und nur noch das emotionale funktioniert. Das führt dazu, dass das Sprachzentrum nicht mehr richtig funktioniert und uns unsere Kinder einfach nicht mehr richtig verstehen. Wenn wir etwas sagen, hören sie nur „Bla, bla, bla“ – deshalb ist es so schwierig, sie während eines Wutanfalls mit Worten zu erreichen. Je simpler die Worte und je öfter die Wiederholung, desto größer ist die Chance, dass unser Gesagtes bis ins Gehirn vordringt.

„Gibt es einen besonderen Tipp, den ihr jedem Kleinkind-Elternteil ans Herz legen würdet?“

Man sollte sich unbedingt damit beschäftigen, wozu ein Kind in welchem Alter in der Lage ist.
Wir neigen dazu, unsere Kinder bezüglich ihrer Impulsivität, ihrem Mitgefühl und ihrer Fähigkeiten mit Stress umgehen zu können, zu überschätzen. Daher sind unsere Erwartungen an sie oft viel zu hoch. Es fällt in den meisten stressigen Situationen viel leichter, gelassen zu bleiben, wenn wir uns bewusst machen, dass unser Kind einfach gerade nicht anders kann, als sich so zu benehmen.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, liebe Danielle.

Empfehlung

Das gewünschteste Wunschkind Interview Trotzphase Kleinkind Danielle Graf

Wenn ihr auch gerade als Eltern in der Kleinkindphase steckt, dann kann ich euch das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten – der entspannte Weg durch die Trotzphase“ nur wärmstens empfehlen.
Es ist nicht nur leicht verständlich geschrieben, sondern behandelt eigentlich auch so ziemlich jedes Problem, das wir als Eltern eines Kleinkindes nun mal so überwinden müssen. Und dabei schaffen es die beiden Autorinnen immer den Blick für die Bedürfnisse aller Familienmitglieder in den Vordergrund zu rücken.
Wie so eine Begegnung auf Augenhöhe aussehen kann, könnt ihr auf ihrem Blog schon einmal herausfinden.

 

Viel Spaß beim Stöbern und wenn ihr das nächste Mal wieder an eurem Kleinkind droht zu verzweifeln, denkt einfach daran, dass sie in diesem Moment ganz viel dazu lernen ;)

Groetjes,

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12 Kommentare

  1. Liebe Sarah,

    ich habe den Post in einem Rutsch gelesen und Deine Infos aufgesaugt! Der Babyboy ist ja auch 2 – sehr interessant! Danke dafür :)

    Liebe Grüße
    Jana

    • Hihi, Danke. Ja ich kann mich noch dran erinnern dass Lotte und er gleich alt sind. Auf jeden Fall hab ich danach erstmal den blöden Hochstuhl komplett abgeledert. Pfui bah 😂

  2. Sehr spannend zu lesen und sicherlich hilft es manch einem sein Kind nochmal besser zu verstehen.

    Liebe Grüße
    Katharina

  3. Liebe Sarah, danke für diesen spannenden Post. Ich habe wieder etwas Neues dazu gelernt. Das mit dem Wachstums-Stopp war mir neu! Sehr interessant! :)

    Liebe Grüße,
    Mihaela

  4. Zum Glück haben wir die Trotzphasen beider Kinder schon durch, würde ich behaupten. Aber das Buch interessiert mich trotzdem! Vielleicht kann ich doch noch was lernen, auch wenn meine Mädels schon aus dem Alter raus sind.

  5. Ich bin ja immer noch der Überzeugung, ich habe es bald geschafft. Ich möchte mir einfach nicht eingestehen, dass es noch ein paar Jährchen so weiter gehen kann. Vor allem überrascht mich immer so sehr, wie PLÖTZLICH die Welt komplett schlecht ist und ich und alles und so wieso. Sehr schön deine Zusammenfassung. Tut immer wieder gut, zu sehen, das wir nicht alleine sind.

    Liebst

  6. stylemomde

    Interessante Fakten. Ich mache nachher auch erstmal unseren Hochstuhl sauber ;-) Liebe Grüße, Christiane

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