Gegen Schulstress: Kinderyoga für mehr Entspannung

Im Rahmen meiner Wochenbett-Vertretung habe ich einige meiner liebsten Blogger-Kolleginnen gefragt, ob sie mir zur Geburt einen Text schenken. Ich habe mich wirklich wahnsinnig gefreut, dass so viele von ihnen die Zeit dafür gefunden haben.

Auf den heutigen Gastbeitrag freue ich mich besonders, denn Kerstin führt nicht nur einen Blog, den ich sehr gern und interessiert lese; sie hat mich auch schon unterrichtet.
Vor einigen Monaten habe ich bei ihr eine Fortbildung zum Thema Kinderyoga absolviert. Durch sie habe ich erfahren, wie wertvoll Kinderyoga für die Schulsituation sein kann und wie viel Freude die Kinder (und auch ich) dabei haben können. Aus diesem Grund habe ich sie eingeladen auch euch ein paar Tricks & Kniffe an die Hand zu geben, mit denen ihr euren Kids zu mehr Entspannung im stressigen Schulalltag verschaffen könnt. Probiert es bitte, bitte aus! Ich kann es euch wirklich ans Herz legen und auch die allerkleinsten haben bereits wahnsinnig viel Spaß dabei.

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Kinderyoga und seine „magische“ Kraft

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Ach, ich könnte mir jedes Mal ein Loch in den Bauch freuen, wenn ich irgendwo lese, dass Kinderyoga so boomt.

Nachdem Yoga erstmal sein Pluderhosen- und Räucherstäbchen-Image abgelegt hatte, Leggings und Sportbustiers willkommen hieß, da war es mit einem Mal hip und chic zum Yoga zu gehen. Und da dauerte es gar nicht lange, bis die Teilnehmer die wirkliche „Magie“ von Yoga am eigenen Körper spüren konnte: Entspannung, Ruhe, Konzentration, Beweglichkeit!

Trotzdem dauerte es danach noch eine unendlich lange Zeit, bis man auf die Idee kam, die positive Wirkung auch bei Kindern einzusetzen.

Wie kam ich dazu, Kinderyoga zu unterrichten? Ganz einfach: Ich durfte in einer Mutter-Kind-Kur miterleben, was die regelmäßigen Kinderyoga-Stunden innerhalb von kürzester Zeit, bei meinem sonst so unkonzentrierten Sohn, bewirkten. Er war wie ausgewechselt!
Wieder Daheim wollte ich natürlich, dass er direkt damit weiter macht – doch leichter gesagt, als getan!  Vor 10 Jahren gab es weit und breit keinen Kurs, in dem ich mein Kind hätte anmelden können bzw. musste ich dafür eine ziemliche Strecke fahren. Da lag es quasi auf der Hand: ich musste mich selbst ausbilden lassen !

Wie gesagt, das ist lange her und ich habe keine Minute bereut, mich auf das Kinderyoga eingelassen zu haben.

Denn im Laufe der Zeit hat es ein Umdenken gegeben: die positive Wirkung von Yoga auf Kinder konnte sogar in einigen Bereichen nachgewiesen werden. Das kann man unter anderem daran erkennen, dass sogar einige Krankenkassen Hatha-Yogakurse für Kinder unterstützen, indem sie ihren Mitgliedern einen Teil des Kurs-Beitrages, unter bestimmten Voraussetzungen, zurückerstatten.

Es gibt unzählige Bücher über Kinderyoga  – ich arbeite unheimlich gerne mit dem Buch „Der kleine Yogi – Kinderleichtes Yoga“ von Christine Rank. Zugegeben – es ist schon etwas älter – aber mit seinem Inhalt top-aktuell! (Anmerkung Sarah: Neben den Übungen enthält das Buch außerdem ganz tolle Geschichten, in denen die einzelnen Übungen eingebaut sind und sich somit aus dem Erzählfluss heraus „nachspielen“ lassen. Ich lege es euch wirklich ans Herz, denn auch ich arbeite sehr gern damit.)

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Warum überhaupt Kinderyoga?

Genau wie bei den Erwachsenen, hilft Yoga natürlich den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen: Die körperlichen Übungen und die abschließende Entspannung verbessern ihre Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Die Wahrnehmung und Achtsamkeit werden geschult. Ach, man kann diese Liste noch unendlich weiter führen.

Unterschiede zwischen Kinderyoga und Erwachsenenyoga

Die TeilnehmerInnen in meinen Ausbildungen haben ganz unterschiedliche Vorerfahrungen mit Yoga:

Da gibt es die eine Gruppe, die vielleicht an Schulen, in Kitas oder in Vereinen mit Kindern arbeitet, selbst Yoga praktiziert und darum die positiven Vorzüge in ihrer Arbeit an die Kinder weitergeben möchte.

Oder es sind YogalehrerInnen, die bisher nur Erwachsene unterrichtet haben, ihr Programm erweitern wollten und feststellen mussten: Eine Unterrichtsstunde ist nicht eins zu eins auf Kinder übertragbar!

Kinderyoga ist anders: bunt, laut, wild! Es ist ganz viel Spiel, Spaß und Toben!

Und je nach Alter und Tagesform der Kinder kann der Anteil an den spielerischen Elementen schon mal größer sein, als der Anteil der Körperübungen, der Asanas.

Die Kinder sollen mit Spaß und Freude zur Bewegung kommen. Das ist das oberste Ziel von Kinderyoga.

Yogageschichten

In den Kinderyoga-Stunden wird das Aufwärmen, die Körperübungen (Asanas) und die Entspannung in eine kindgerechte Geschichte verpackt. Da kann sich das Thema – je nach Alter der Teilnehmer – um den Frühling, den Zirkus, das Weltall, eine Reise nach Indien, Märchenwesen oder Indianer drehen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, von Lillifee bis Star Wars ist hier ALLES möglich! Wichtig ist nur ein Thema zu finden, bei dem sich die ganze Gruppe angesprochen fühlt.

Übungen bewusst einsetzen

Neben den Yoga-Geschichten in der Stunde können aber bereits Schulkinder einige Übungen bewusst im Alltag einsetzen. So gibt es zum Beispiel verschiedene Möglichkeiten vor der Schule die Müdigkeit zu vertreiben, die Aufregung vor Klassenarbeiten etwas zu dämpfen oder nach dem Unterricht erfrischt und konzentriert an die Hausaufgaben zu gehen!

Vor der Schule

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Auszug aus dem Buch: „Der kleine Yogi“ von Christine Rank

Gegen Müdigkeit und Lustlosigkeit helfen am frühen morgen die Gorilla-Atmung und der Flieger! Zwei Runden Sonnengruß bringen den ganzen Körper in Schwung!

Gorilla-Atmung

Aufrecht hinstellen, tief einatmen und beim Ausatmen wie ein Gorilla mit beiden Fäusten auf den Brustkorb trommeln (regt die Thymusdrüse an).

Flieger

Aufrecht stehen, die Arme auf Schulterhöhe ausbreiten (wie die Tragflächen eines Flugzeugs) und dabei tiiiiiief einatmen. Ausatmend zur rechten Seite neigen und dort einen kleinen Moment bleiben. Dabei tief ein- und ausatmen. Mit einer Einatmung wieder hochkommen – anschließend die zweite Seite üben.

Sonnengruß (für Kinder)

Hier gibt es verschiedene Übungsvorlagen in Büchern oder dem Internet. Für Kinder aber das Üben zur Musik ein besonderes Highlight! Hier kann ich die CD von Mai Cocopelli und dem kleinen Yogi ganz besonders empfehlen. (Anmerkung Sarah: Die Lieder gehen wirklich ganz toll ins Ohr und auch Lotte mag das Sonnengruß-Lied schon, seitdem sie 2 Jahre alt ist <3)

Unsicherheit wegen Klassenarbeit oder nach schlechten Noten

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Auszug aus dem Buch „Der kleine Yogi“ von Christine Rank

Den Kindern geht es nicht anders als uns: bei großen Aufregungen oder einem unglücklich verlaufenen Tag müssen sie, genau wie wir, runterkommen und sich zentrieren. Dabei können der Baum, der Hampelmann, der Adler und wieder die Gorilla-Atmung wunderbar helfen!

Baum

Aufrecht und gerade stehen, bewusst die Füße/Fußsohlen spüren. Den Blick geradeaus an einem Punkt fest verankern. Langsam erst das rechte Bein heben, den Fuß in Höhe der Wade oder des Oberschenkels absetzen und das rechte Knie nach außen drehen. (Der Fuß sollte bei Kindern bitte nie in der Höhe des Knies abgesetzt werden, da die Kniescheibe hier noch sehr leicht verschoben werden kann!) Die Arme nach rechts und links ausbreiten zum Ausbalancieren oder die geschlossenen Hände vorm Brustkorb oder über den Kopf bringen. So einige Atemzüge stehen, ruhig und fest verwurzelt wie ein Baum, dann Seitenwechsel.

Hampelmann

Position 1: aufrecht stehen, Füße geschlossen, Arme lang gestreckt über dem Kopf, Hände zusammen.

Position 2: aufrecht stehen. Füße weit auseinander, Arme nach rechts und links auf Schulterhöhe ausgebreitet.

Im schnellen Wechsel zwischen diesen Positionen hin- und her hüpfen.

Adler

Aufrecht stehen, dann das rechte Bein um das linke Bein schlingen. Die Arme wieder rechts und links ausbreiten und wie Adlerflügel langsam auf- und abschwingen. Mit den Schwingungen tief ein- und ausatmen.

Danach Seitenwechsel!

Fit und konzentriert für die Hausaufgaben

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Auszug aus dem Buch „Der kleine Yogi“ von Christine Rank

Nach dem langen Sitzen in der Schule noch konzentriert an den Hausaufgaben arbeiten? Der Schaukelstuhl, die Sprossenleiter, der Schmetterling oder die Sonnenentspannung können Kindern einen Energiekick verschaffen!

Schaukelstuhl

Eventuell Decke oder Matte als Unterlage: In der Rückenlage die Knie eng an den Körper ranziehen, die Hände um die Knie schlingen oder in die Kniekehlen fassen. Klein und rund machen und nun sanft über den Rücken schaukeln.

Sprossenleiter

Aufrecht stehen, auf den Zehenspitzen. Eine Hand greift weit nach oben über den Kopf, es folgt der andere Arm, immer abwechselnd, so als würde man eine Leiter heraufklettern.

Schmetterling

Im Sitz die Beine anwinkeln und nach rechts und links absenken. Die Fußsohlen aneinander bringen, die Füße mit den Händen umfassen. Nun die Knie auf und ab bewegen, so wie flatternde Schmetterlingsflügel.

Sonnenentpannung

Eventuell Decke oder Unterlage: In der Rückenlage die Hände bequem auf dem Bauch abgelegt, die Finger gespreizt , wie kleine Sonnen. Bei der Einatmung wahrnehmen, wie die Hände sich mit der Bauchdecke heben, mit der Ausatmung vorstellen, das die „kleinen Sonnen“ Wärme in den Bauch strömen lassen. Ein paar Atemzüge lange die „Sonnen“ in den Bauch und den Körper warm strahlen lassen.

So unendlich viele Möglichkeiten

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Wie du an diesem kleinen Auszug sehen kannst: es gibt unendlich viele Möglichkeiten um Yoga für Kinder einzusetzen. Die kleinen Yogis und Yoginis zu begleiten und zu sehen, welchen positiven Einfluss Yoga auf sie hat, fasziniert mich immer wieder auf´s Neue.

Veränderungen durch die „magische“ Kraft des Kinderyoga!

Jetzt oder Nie

Wenn du noch mehr über die Themen Yoga, Kinderyoga und Entspannung wissen möchtest, darfst du dich gerne bei mir melden.

Oder du hast mit einem Male selbst Lust darauf Kinder ans Kinderyoga heranzuführen? Möchtest Kinderyoga in deiner Arbeit, deinem Job mit einfließen lassen? Dann lass dich von mir ausbilden! Der Standort dafür ist Hannover und NRW. Über Zeitblüten – Entspannen mit allen Sinnen kannst du mich erreichen.

 

…bleib kraftvoll – und entspannt!

 

Kerstin

NAMASTÉ


Liebe Kerstin,

einen ganz lieben Dank an dich für diesen wunderbaren Einblick in die Welt des Kinderyoga. Ich hoffe wir konnten euch so zeigen, dass Kinderyoga viel mehr ist, als ein hippes Förder-Ding für Kinder, das neben Klarinette spielen und Wellness für Kids in eine Alternativ-Schublade gesteckt wird. Leider gibt es etliche Menschen, die der Meinung sind Kinderyoga wäre nur etwas für Großstadt-Familien, die sich vegan ernähren und ihre Kinder elitär fördern möchten.

Ich selbst habe gesehen, dass Kinderyoga für alle Kinder nicht nur Spaß bringt und ihnen die Lust am Bewegen durch Spiel und Rumblödelei bringt. Sie lernen ihren Körper besser wahrzunehmen, trainieren ihr Gleichgewicht und selbst schüchterne Kinder blühen auf. Ich persönlich würde mir wünschen, dass jede Grundschule, jede Kita einmal pro Woche mit den Kindern Kinderyoga macht, weil es so wertvoll ist.

Schaut doch einfach mal nach, wo in eurer Umgebung Kinderyoga angeboten wird und lasst es die Kids einfach mal ausprobieren. Sie werden danach sicher wieder hingehen wollen ;)

Groetjes,

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2 Kommentare

  1. Liebe Kerstin,

    gerade habe ich meine Yogastunde zum Thema „Walpurgisnacht“ vorbereitet, die ich heute Nachmittag beim Kinderyoga passend zum Tanz in den Mai halten möchte. Dann habe ich durch Zufall deinen Artikel entdeckt und bin ganz begeistert! Ich unterrichte seit einigen Jahren Kinderyoga-Kurse in Wiesbaden und beobachte auch immer wieder die tollen Auswirkungen in Bezug auf Konzentration, Ruhe und Entspannung bei den Kindern. Vor kurzem hat mir ein Junge gesagt, dass er nun besser schreiben könne in der Schule, da er beim Yoga gelernt habe, sich besser zu konzentrieren und ruhiger zu sitzen. Das freut mich sehr :-)

    Namasté,
    Stefanie

  2. Auch wenn ich es teilweise sehr hektisch und technisch unsauber finde: meine Kids machen mit Begeisterung mehrmals die Woche und wenn ich sie nicht bremse manchmal täglich mehrmals die Yoga-Geschichten von Cosmic Kids auf *tube. Einem amerikanischen Format, dass ich hier in Deutschland sehr vermisse….. – darf man das hier weitergeben? — für meine Bewegungsgeschichten im Kinderturnen habe ich von dort viel abgekuckt …. und die begeisterten Kinder dankten es mir ….. ich finde sie soooo lustig. — Toller Nebeneffekt: ich glaube wenig Kinder in der 1. und 3. Klasse verstehen so viel Englisch :)
    Also zumindest mein kleiner Zappelphilipp wirkt nach dem Yoga deutlich ausgelassener und steht am Morgen danach auch nicht mehr um 5h auf….

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