Die Dutch Design Week in Eindhoven

Tische aus eingeschmolzenem Plastik, Stühle aus dem Drucker, Fensterscheiben die nicht nur fancy aussehen, sondern auch Energie produzieren, begehbare Kühlschränke unter der Erde und Bakterien, die Stoffmuster entwerfen – das klingt unglaublich? Das dachte ich auch.

Ich war am vergangenen Wochenende, genau genommen am Samstag dem 24.10.2015, auf der Dutch Design Week in Eindhoven. Das alljährliche Spektakel lud dieses Jahr zum 15. Mal einheimische und internationale Designer ein, die ihre Werke rund um die Themen Wohnen & Interieur, Fashion, Technik, Food und Produktdesign ausstellten.
Unter dem Motto: „What if…“ regten die Veranstalter nicht nur die Designer, sondern auch die zahlreichen Besucher in ihrer Vorstellungskraft an, wie das Design der Zukunft aussehen könnte.
Die Dutch Design Week war jedoch nicht nur etwas für Design-Kenner, Interieur-Interessierte und Mode-Liebhaber. Auch die Kinder konnten hier auf spielerische Art und Weise erforschen und ausprobieren, was Design bedeutet und wie es funktioniert. Ein Event für alle Altersklassen, dass an jeder Ecke zum staunen, träumen und verlieben einlud.

Und weil de Dutch Design Week in Deutschland für die breite Masse leider noch sehr unbekannt ist, habe ich euch mitgenommen und die abgefahrensten und hübschesten Designs für euch festgehalten. 

Festival-Feelings auf dem Strijp-S Gelände

Eindhoven ist glücklicherweise nur eine Stunde mit dem Auto von Heerlen entfernt, ich bin also relativ schnell vor Ort. Parkmöglichkeiten gibt es dort auch genügend, und die Preise sind für niederländische Verhältnisse ganz okay (5,50€ für 3,5 Std.).
Da ich zu allererst meinen Presseausweis abholen möchte, lande ich bei der Strijp-Area. Das ist eine der insgesamt drei Areale, in die die Dutch Design Week innerhalb der Stadt, unterteilt ist.

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Rund um das Industriegelände sind Shops, Restaurants und Fressbüdchen, eine Bühne und viele andere sehenswerte Stationen aufgebaut. Als ich um 14 Uhr ankomme, sind schon viele Besucher unterwegs und oben vom Parkhaus betrachtet, findet ein reges Treiben statt.

Als ich am Presse-Zelt eintreffe und meinen Pass und das Bändchen erhalte, unterstreicht es den Festival-Charakter, den ich im ersten Eindruck aufgenommen habe. Besonders, weil an einer Bushaltestelle Post-Its klebten, darüber die Anweisung, sich ein Kompliment für den Weg mit zunehmen.

DDW_Postit
Als ich über den großen Vorplatz laufe, um mir ein erstes Bild zu machen und mich mit meiner Event-Map auseinander zu setzen, fallen mir die vielen unterschiedlichen Menschen auf. Kinder die Spaß auf der Schaukel haben, die Eltern, die dabei zuschauen und ein Worst-Broodje essen. Omas und Opas, die ihr Programmheft nach kulturellen Happenings durchforsten. Studenten, die im neuesten Blogger-Look lachend durch die Straßen ziehen und von einem Design-Shop in den nächsten laufen. Aber auch durchgestylte Menschen mittleren Alters, die ihr Glas Wein auf einer der Terrassen genießen und sich angeregt unterhalten.

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Slideshow: Ein paar Eindrücke der Strijp S Area - selbst die Parkhäuser wurden hier schick gemacht
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Hier befanden sich das Presse-Zelt und im Gebäude dahinter die Shops
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Auf dem großen Platz konnte man mit seinem Auto vorfahren...
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...und Strom tanken
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Hier wurden Meetings gehalten
DDW_Besucher
und für die Besucher gab es jede Menge Möglichkeiten die Impressionen bei einer Tasse Kaffee sacken zu lassen
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Es gab überall etwas zu sehen. Kaum ein Fleckchen auf dem Platz, umgeben von den Gewerbehallen, war ungenutzt

Der Plan verrät mir, dass es zwei weitere Areale gibt, die über die restliche Stadt verteilt sind. Ich gerate leicht in Panik – es gibt so viel zu sehen, so viel das mich interessiert und ich habe viel zu wenig Zeit mitgebracht.
Auch die Möglichkeit zwischen den Areas mit einem speziellen Bus pendeln oder mir vor Ort ein Fahrrad leihen zu können, wird an meinem Zeitdruck nichts ändern können. Ich ärgere mich kurz darüber, dass ich viel zu spät losgefahren bin, will mich damit aber nicht unnötig aufhalten und gehe in Richtung der Shops, die in den Industriehallen aufgebaut waren.

Urban Shopper – alles unter einem Dach

Der erste Shop nennt sich Urban Shopper und ist bereits gut gefüllt mit Besuchern. Gibt es hier viele verschiedene Shops in einem. Ich verliebe mich direkt in einen orientalischen Teppich, eine Tischlampe und einer riesigen Menge an kupferfarbenen Deko-Artikeln. Ich bin im Einrichtungshimmel. Der minimalistische Stil, oft mit monochromer Farbwahl gepaart mit Holzelementen bestimmen hier das Bild. Der skandinavische Wohntrend wird scheinbar auch von den Niederländern aufgegriffen und von den potentiellen Käufern praktisch inhaliert.

Eine Ecke weiter sehe ich tolle Kleidung, die ebenfalls an die skandinavischen Trendlabels wie Weekday, COS und Acne erinnert. Ich stöbere durch die Kleiderstangen und könnte direkt etliche Teile zur Kasse tragen. Leider gab es zum Presse-Ausweis keine goldene American-Express-Karte dazu.

Ich begutachte ein paar schicke Schuhe, schlängle mich an einem Papeterie-Shop vorbei und stoße auf einen Anbieter für Holzfarbe. Die Niederländer lieben nämlich den DIY-Shabby-Chic-Style; den Charme von alten Möbeln mit matter Farbe in gedeckten Tönen aufleben zu lassen. Ich finde die Farbe toll und das Schränkchen würde ich ebenfalls am liebsten direkt mitnehmen.
Ich durchkämme die Besuchermassen und gelange zum Ausgang – ich will etwas innovatives sehen.

DDW_Fashion
Slideshow: Hier im Shop bei Urban-Shopper könnt ihr auch außerhalb der DDW nach Herzenslust stöbern und shoppen
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Die Schuhe von Shoe-S waren zum Verlieben schön, besonders die kupferfarbenen Halbschuhe von Rollie haben es mir angetan
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Die hübschen Karten gab es im Kinderbuch-Geschäft bei Urban Shopper
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Aus alt mach neu - Farbe um Möbel im Shabby-Chic-Style aufzufrischen gab es bei Anno 1672
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Bei Kriz Interior & Lifestyle wurden Möbel im Vintage-Stil ausgestellt
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Besonders der Beistelltisch im Beton-Holz-Look hat es mir angetan
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Hier war ich im Shopping-Himmel - hätte ich doch nur vorher einen Sack voll Geld gefunden

Die Dutch Design Awards Ausstellung – Design ist überall

Ich laufe an einem Kasten vorbei der nicht größer als ein Bauwagen ist, auf dem steht: Textilfabrik. Da die Wände des Kastens aus Glas sind, sehe ich, wie eine braunhaarige, schlaksige Frau angeregt ein paar Besuchern etwas erklärt. Währenddessen hält sie eine Spule mit Garn hoch. Ich laufe weiter. Auf einen Monolog über Garne und Fäden habe ich gerade wirklich keine Lust.

Ich komme an einen Eingang der mich zur Ausstellung der Dutch Design Awards bringen soll. Leider kamen auf die Idee auch einige andere Menschen und mein Presse-Ausweis bringt mich auch nicht an der Schlange vorbei. „20 Minuten warten“ verspricht der Mann mit der Warnweste und dem Funkgerät, der vorne an der Tür steht.
Ich reihe mich also hinten ein und studiere noch ein wenig das Programm. Die kommende Ausstellung zeigt die Finalisten der diesjährigen Dutch Design Awards aus den Bereichen Produkt, Kommunikation, Lebensraum, Fashion, Design Forschung und Service & Systeme. Die Besucher können ausserdem für den Designer abstimmen, der sie am meisten überzeugt hat und somit einen Publikumspreis vergeben. Ich erwarte von dieser Ausstellung futuristisches Design und einen Einblick in die niederländischen Trends zu bekommen.

Nach weniger als zwanzig Minuten und einer Fahrt mit einem Fahrstuhl und 14 anderen Menschen, die an einen Vieh-Transport erinnert, bin ich an der Ausstellung angekommen. Kurz hinter dem Eingang verschnaufen ein paar Leute in einer hübschen Ruhe-Zone aus bequem aussehenden Sofas und tollen Vintage-Teppichen.

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Auf der linken Seite auf Etage der Industriehalle befinden sich Licht-Installationen, die durch Beamer, Computer und Prismen an die Leinwände und Displays geworfen werden. Es ist nett anzusehen, weckt aber mein Interesse nicht sonderlich.

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Lichtinstallation von Arnout Meijer, rechts seht ihr eines der vielen ausliegenden Infoblätter, die die Projekte für die Besucher erklärt haben

Ich entdecke jedoch ein beleuchtetes Fenster, dass dort im Raum aufgestellt wurde. Die Farben sind hell und die geometrischen Maserungen der Glasscheibe ziehen mich magisch an. Ein kurzer Blick auf den Zettel lässt mich staunen: dieses Fenster („Current Window“) wurde von Marjan van Aubel entworfen und wandelt das aufgenommene Tageslicht (hier in der dunklen Halle durch eine Tageslichtlampe simuliert) in Energie um. An einem eingebauten USB-Port kann der Besucher ein Gerät anstecken und sehen, wie der Akku geladen wird. Ich finde das super, schließlich scheint über Tag genug Tageslicht an die Fenster, warum also diese hässlichen Solarzellen auf die Dächer stellen? Das „Current Window“ hat da eindeutig mehr Stil.

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Ein wenig weiter stoße ich auf futuristisch, aber minimalistisch, aussehende Tische und Stühle. Sie sind von dem Designer Dirk vander Kooij und bestehen aus Plastik. Er benutzt für seine Möbel zwei Verfahren: das Einschmelzen von Plastik oder das Entwerfen aus dem 3D-Printer. Die Tische haben durch die verschiedenen Farben des Plastiks einen Patchwork-Flair. Und obwohl hier verschiedene Plastikstücke eingeschmolzen wurden, sieht der Tisch wunderbar einheitlich aus. Die Tische und Stühle aus dem 3D-Printer sind sehr gradlinig, fast schon steril wirken sie. Man kann jede einzelne Lage des Druckvorgangs begutachten, das fasziniert mich schon ein bisschen. Möbel aus dem Drucker. Hergestellt von Robotern – so stellten sich vor 50-60 Jahren die Menschen das 21. Jahrhundert sicherlich vor. Ich finde das bemerkenswert, dass wir nun scheinbar in der Zukunft angekommen sind.

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Als ich jedoch an eine Vorführung gelange, in der ein Stuhl aus dem Boden einer Schale nach oben wächst, bin ich total beeindruckt. Scheinbar besteht die flüssige Plastik-Masse zu einem großen Teil aus Eisenspänen. Der Designer Jólan van der Wiel hat eine antik-aussehende Maschine gebaut, mit der er die Plastik-Eisen-Masse durch magnetische Einwirkung so formen kann, dass daraus ein Stuhl entsteht. Das alles durch Gravitation. Der Stuhl nennt sich daher auch „Gravity Stool“ und durch den langsamen Prozess, sieht es wirklich so aus, als würden die Stuhlbeine in die Höhe wachsen. Ich bin total geflashed und merke zum ersten Mal an diesem Tag, wie viele andere Themengebiete sich mit dem Beruf des Designers noch decken.
Direkt neben dem „Gravity Stool“ befindet sich eine weitere Arbeit des Designers. Hier kann ich einen transparentes Stromkabel entdecken. Lichtblitze durchlaufen das Kabel von dem einen zum anderen Ende. Auf den Zettel als Erklärung geschaut, ergibt sich, dass hier der Weg der Elektrizität durch das Stromkabel gezeigt wird. Eine tolle Visualisierung. Ich habe mich in der Vergangenheit schon häufiger gefragt, wie das wohl aussieht, wenn der Strom durch die Kabel wandert.

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Und weil ich bis hier noch nicht genug gestaunt und gewundert habe, besuche ich eine Etage tiefer die Bio-Design und Forschungs-Ausstellung. Ich werde direkt von einer Leinwand empfangen, die von einem Beamer angeleuchtet wird. Darauf steht, dass ich mich auf der BIO ART Laboratories-Ausstellung befinde. Über die Folie huschen kleine Mückenlarven. Ich finde es ekelig, aber außergewöhnlich.

In dieser Ausstellung gibt es so krasse Sachen, dass ich manchmal nicht weiß ob ich fasziniert oder angeekelt bin. Die Neugierde gewinnt jedoch und ich entdecke Algen, die das Licht so umwandeln, das Fotografien entstehen (von der internationalen Designerin Lia Giraud) und ein Poster in Lebensgröße, das aus dem eigenen Blut des Designers Ted Lawson von einer Maschine gemalt wurde.

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Ich entdecke Bakterien, die nicht nur Kunstbilder auf Abklatsch-Petrischalen entwerfen, sondern auch Muster für Stoffe, wie Anna Dumitriu entdeckte. Ebenso Lampen von dem Belgier Isaac Monté aus vergammelten Fleischabfällen, die, wenn man es nicht besser wüsste, eigentlich ein ganz gemütliches Licht abwerfen.

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Slideshow: Bakterien, die Stoffe mit Mustern bedrucken?
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So sieht es dann aus. Na, würdet ihr euch diesen Vorhang ins Wohnzimmer hängen?
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Das ist die Lampe aus Gammel-Fleisch - fällt gar nicht auf, oder?

Zum Schluss erhasche ich eine Ansammlung von Spiegeln aus verschiedenen Farben und erfahre, dass sie den Prozess der Oxidation, sprich der Verrostung darstellen. Die Spiegel sind wirklich schön – da soll noch mal jemand etwas gegen Rost sagen.
An der gegenüberliegenden Wand ebenfalls eine hübsche Wanddekoration: die Thermophore ist eine künstlicher Organismus, der im Licht seine Farbe wechseln kann und somit lebendig wirkt. Tim van Cromvoirt hat diese Pflanzenähnliche Wanddekoration entwickelt und sie ist wirklich wunderschön, wenn sie so ihre Farbe wechselt. Es erinnert mich ein wenig an eine von Moos bewachsene Stelle an der Wand, nur dass es sich von grau bis tief lila färbt. Leider durfte ich die Thermophore nicht anfassen – ich hätte gern gewusst, ob sie sich so flauschig anfühlt, wie sie aussieht.

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Slideshow: Spiegel, Spiegel an der Wand...
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...du bist eindeutig der Schönste im ganzen Land!
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Die Spiegel sind der absolute Hammer!
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Die Thermophore - der Stimmungsring für die Wand

Von diesem ganzen Input raucht mein Kopf nun und ich begebe mich zum Ausgang.

Junges Design und Ideen für Zuhause

Vorbei an dem großen Platz auf dem mittlerweile eine Band auf der Bühne Rocksongs spielt, zieht mich der rauchige Geruch des Restaurants beinahe in seinen Bann. Es riecht nach Lagerfeuer – die Feuertonnen wurden in der Zwischenzeit angezündet und in den Hängematten vor dem Restaurant lümmeln sich Kinder.

Ich mache mich auf den Weg zum „Klokgebouw“, direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Hier wartet eine Auswahl an niederländischen Jung-Unternehmen auf mich und ich bin gespannt, was diese Designer sich haben einfallen lassen.

Gleich am Anfang, in der ersten Halle des Gebäudes steht ein großer Stand mit Interieur aufgebaut. Hier entdecke ich die tollen Uhren von Puik Art, einige Auslagen an Design-Bücher und Bildbänden und anderen hübschen Deko-Artikeln. Erst zum Schluss entdecke ich, wie diese Artikel präsentiert werden: Einrichtungsgegenstände aus Karton bzw. Pappe. Molo Design stellt nämlich Möbel, Raumtrenner und andere Wohnaccessiores aus Kartonpapier hier. Das ist nachhaltig für die Umwelt und super platzsparend. Auch wenn die Firma aus Kanada und nicht aus den Niederlanden kommen, möchte ich sie euch gern mal ans Herz legen. Ich find die Sachen klasse. Ich hätte nie gedacht, dass man, anstatt Wände zu ziehen, einfach einen Papp-Raumteiler aufstellen könnte.

In den nächsten Hallen sehe ich eine Menge an Möbeln und Einrichtungsgegenständen, die ich wirklich bemerkenswert finde. Wie z.B. der Holztisch mit eingebauter Steckdose von Fabrikoos, oder die tollen Holzlampen „Zuid“ von Francoise Oostwegel, die im Lampeninneren kupferfarben leuchten.

Wer Blommingville liebt, wird sicher auch die Garden Gallore Serie von Studio Lenneke Wispelwey toll finden. Besonders die hängenden Pflanztöpfe haben es mir angetan.

Ich hab hier mal ein paar Eindrücke aus meinem Rundgang durch die Gebäudehallen:

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Slideshow: Molo Design stellte in der Ausstellungshalle Wände aus Karton auf, die sogar eingebaute Regale haben
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Sie stellen ebenfalls Hocker aus Pappe her - hier präsentieren sie die Interieur-Accessoires im offiziellen Dutch Design Shop
Puik-Art_Clock
Kleiner Tipp: Diese wunderbare Uhr von dem Label Puik-Art; Bildrechte: www.puik-art.com
Fabrikoos integriert eine Steckdose in das Tischgestell - tolle Idee!
Sagte ich schon dass ich Kupfer und Holz liebe? Egal! Hier die Lampe "Zuid" von Francoise Oostwegel
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Garden Gallore von Studio Lenneke Wispelwey erinnert stilistisch an Blommingville...
DDW_DesignAwards_Garden_Galore_Hanging_Plant
... und die Hängetöpfe sind einfach traumhaft!
Die Zuiderzeelamp ist eigentlich ein Museumsstück, wurde hier aber neu aufgelegt und ist nun in der Lage unsere Schätze zu beherbergen
Die Designerin Cosma Frascina stellt Interieur aus natürlichen Materialen her, alle aus ihrer Heimat in Süd Italien
Exposize & Robin Sprong haben sich darauf spezialisiert große Prints auf Stoffe zu drucken...
... und damit die Möglichkeit geschaffen, euer Zuhause noch farbenfroher zu gestalten

Yksi – Meine Favoriten aus dem Expo-Laden

Nachdem ich das Gebäude verlassen habe, merke ich, dass die Sonne langsam unter geht und wieder einmal wird mir bewusst, dass ich den Großteil der Design Week nicht sehen werde.

Ich schlendere also noch einmal über den großen Ketelhuis Plein in Richtung Presse Zelt, da ich dort zuvor noch einige Shops gesehen habe. Da die Zeit nun eh nicht mehr reicht, um bis nach Eindhoven-Zentrum zu fahren und mir dort die Ausstellungen anzuschauen, lasse ich mich noch ein wenig in den Shops inspirieren.

Auf dem Weg dorthin komme ich an einer Stelle vorbei, bei der elektronische Rollboards von den Passanten getestet werden können. Diese Boards sehen aus wie die Holzpedalos mit denen man als Kind vielleicht schonmal gefahren ist. Diese hier sind jedoch elektronisch betrieben und lassen sich durch eine Verlagerung des Körpergewichts steuern. Es ist wirklich lustig mit anzusehen, dass die Kinder innerhalb kürzester Zeit mit den Dingern so vertraut sind, dass sie durch die Menschenmenge Slalom fahren können, während die Erwachsenen von einem Helfer gestützt werden müssen, um auch nur 2 Meter auf den Dingern zurück zu legen.

Ich entdecke hier noch ein paar hübsche Vasen und da noch ein paar Metall-Stühle, die ich ganz nett finde und komme dann endlich zum Yksi Expo-Laden, der lauter tolle Sachen beherbergt, die mein Herz hüpfen lassen. Aber schaut selbst:

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Slideshow: Im Expo Shop Yksi gab es außergewöhnliches Interieur und Accessoires, hauptsächlich aus NL
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Die Elbow Candles werden direkt an der Wand angebracht 
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Die Holzmöbel im Retro-Stil verbreiten eine angenehme Raumstimmung
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Wohntrends aus Leder von Leather+ (rechts im Bild)
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Die Storytiles gehören ganz klar zu meinen Favoriten, sie sind einfach wunderbar aufwendig und detailreich gearbeitet und einfach zuckersüs
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Die Wandverkleidung von DockFour sind wirklich interessant - einmal an die Wand gebracht, lassen sie sich toll kombinieren
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Die Pikaplants sehen nicht nur originell aus, sie sind es auch: sie bewässern sich selbst und wachsen in ihrem eigenen Feuchtbiotop 
DDW_Yksi_SeeMe
Die Wandboards von SeeMe rücken eure eigenen Ausstellungs- und Erinnerungsstücke ins rechte Licht

Als ich aus dem Einrichtungsladen heraus komme, merke ich, dass es Zeit wird zu gehen. Für einen Abstecher zu einem weiteren Areal ist es leider schon zu spät und so muss ich mich damit abfinden, dass ich nur etwa ein Drittel der Dutch Design Week 2015 geschafft habe.

Auf dem großen Platz sammeln sich langsam mehr Menschen, trinken ihr Bierchen und unterhalten sich oder hören der Band zu. Auch die Gastronomien rund um den Platz bekommen mehr Kundschaft. Und ich mache mich langsam auf den Weg in Richtung Parkhaus. Ich komme noch am Circus of Life vorbei, der erst einmal aussieht wie ein großes Guerilla Gardening Projekt. Später lese ich, dass es hier um das Selbstdesign geht: Hier gab es die ganze Woche Projekte, die den Besuchern dabei helfen sollen besser zu sich selbst zu finden und an sich selbst zu arbeiten. Sich also so selbst zu designen, dass man zufrieden mit sich selbst, seinem Werk ist. Ich finde das klingt spannend und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder die Chance habe, hier zu sein und hier mal vorbei zu schauen.

Fazit

Die Dutch Design Week – ein Festival für die Augen und nicht selten zum dahin schmelzen. Ich kann dieses Event auf jeden Fall jedem empfehlen, der sich für Innovation, Interieur und Design in jeglicher Art und Weise interessiert.

Besonders imponiert hat mich das Design, dass völlig unkonventionell war und viele Themengebiete miteinander vereint hat, wie beispielsweise die Biologie und Design. Ich fand es wirklich interessant einen Blick auf das Design von morgen werfen zu können und ich freue mich bereits jetzt schon darauf, vielleicht die ein oder anderen Teile bald schon auf Instagram oder in Webshops zu sehen. Am liebsten hätte ich ja einige Dinge direkt vor Ort eingepackt.

Solltet ihr auch nicht etliche Tage Zeit haben, um euch alles anzuschauen, plant eure Route früh genug und fahrt direkt morgens los. Ich hätte gern noch so viel mehr gesehen, aber die Zeit hat einfach nicht gereicht.

Ich hoffe ihr konntet euch durch meinen Bericht einen kleinen Einblick verschaffen und ich konnte euch für das ein oder andere Design begeistern. Was hat euch denn am besten gefallen? Gab es etwas, dass ihr auch gern direkt mitgenommen hättet?

Signatur Lotte&Lieke

 

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