7 hilfreiche Tipps, wie du dein Kleinkind auf das Baby vorbereiten kannst

In die Schwangerschaft wächst man, zumindest als Erwachsener, irgendwie so rein. Ist es die erste Schwangerschaft, liest du viel, erkundigst dich bei Fragen bei deinem Arzt, deiner Mutter, oder eben im Internet und Büchern. Du bemerkst die Veränderungen an dir und im besten Falle lässt du dich von deinem Bauchgefühl irgendwie leiten, so dass es passt.
Kinder sind jedoch auf unsere Hilfe angewiesen, wenn es darum geht heraus zu finden, was da eigentlich gerade passiert. Was bedeutet es, große Schwester oder großer Bruder zu sein? Warum wächst Mamas Bauch und wieso kann sie nicht mehr Fangen mit mir spielen? Muss ich mir Sorgen machen, wenn Mama mal ein Aua hat? Ihr merkt, Kinder müssen auf die Schwangerschaft und das Baby gut vorbereitet werden. Und wie euch das gut gelingen kann, habe ich heute mal für euch aufgeschrieben.

Mit der Geburt eines weiteren Babys werden die Familienkarten neu gemischt. Nicht nur die Eltern müssen sich daran gewöhnen, nun wieder mehr Abstriche bei sich selbst zu machen, da sie sich um zwei Kinder kümmern müssen. Auch die Erstgeborenen müssen sich daran gewöhnen, dass nun Platz für ein weiteres Familienmitglied geschaffen werden muss. In der Entwicklungspsychologie wird deshalb von der Entthronungsphase gesprochen (Lest hier einen interessanten Artikel dazu). Die Einzelkinder, die vorher volle Aufmerksamkeit der Eltern und anderen Familienmitgliedern genossen haben, müssen diese Aufmerksamkeit von nun an mit einem weiteren Menschen teilen. In der Übergangsphase bis zur Gewöhnung an diese Situation kommt es oft zu Eifersuchtsgefühlen, bei denen der Frust auch nicht selten in Wutanfällen, Veränderungen im Verhalten oder sogar Aggressionen umschlagen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Erstgeborenen so gut es geht bei der Eingewöhnung zu unterstützen.

Oh ja, ich weiß noch zu gut, dass mir mein Bruder, dieser kleine Schreihals, ziemlich auf die Nerven ging. Ich drückte ihm Abends auf den Bauch, damit er zu schreien anfing. Ich bildete mir ein, dass wenn meine Eltern erstmal so genervt wären, wie ich, dann würden sie ihn einfach wieder wegbringen. Damals war ich fünf Jahre alt, also doppelt so alt, wie Lotte nun sein wird, wenn sie „entthront“ wird.

Wie ihr an meinem Beispiel jedoch merken könnt, ist die Phantasie der Kinder hierbei wirklich grenzenlos. Sie fühlen sich zurückgesetzt, ungeliebt, und sind genervt. Vielleicht nicht alle, aber wir Eltern sollten doch unsere Antennen ausfahren und auf die Gefühlswelt unserer „Großen“ achten.

Lotte ist beispielsweise ein sehr emotionales Kind. Sie hat ganz feine Fühler für Veränderungen, das war damals schon zu merken, als wir für ein halbes Jahr den Papa nur an den Wochenenden hier hatten.
Und auch jetzt in der Schwangerschaft zeigt sie wieder, dass sie für ihre 2,5 Jahre wirklich sehr feinfühlig ist. Sie fragt mich seit Wochen ständig, wie es mir geht, kann sich nur schwer von mir trennen und braucht eigentlich tagtäglich viel Aufmerksamkeit von mir. Dass wir sie also auf das Baby gut vorbereiten müssen, war also von Anfang an klar.

7 Tipps wie die Vorbereitung auf das Baby klappt

1Bücher und Filme holt euch Unterstützung

Geschichten sind tolle Hilfsmittel, um mit eurem Kind über die neue Situation zu sprechen. Welche Bücher aus unserer Sicht besonders wertvoll waren und wie ihr sie am besten mit den Kids besprechen könnt, habe ich hier vor ein paar Tagen bereits beschrieben. Aber auch Filme eignen sich toll, um den älteren Geschwistern zu zeigen: es gibt bald eine Veränderung und das was du fühlst, ist ganz normal.
Aktuell erscheint nun der Film „Boss Baby“, der auf lustige Art und Weise die Geschwisterrivalität aufzeigt. Und auch der Animationsfilm „Störche – Baby im Anflug“ ist wirklich süß. Natürlich muss man den Kindern die Filme nicht ungefiltert servieren. Dass Babys nicht sprechen können und auch nicht vom Klapperstorch gebracht werden, kann man mit den Kindern nach dem Film toll thematisieren und erklären wie es wirklich ist. Den Dokumentarfilm „Babys“ kann ich empfehlen, wenn es etwas realistischer sein soll. Hier werden Babys aus verschiedensten Kulturen in ihrem ersten Jahr begleitet. Ein toller Film und er zeigt ganz einfach auf, wie der Alltag mit einem Baby denn so abläuft.

Credits: Nathalie Schieren Fotografie

2

Arztbesuche als Lehrgang für Geschwister

Als die erste Ultraschalluntersuchung durch die Bauchdecke anstand, haben wir Lotte einfach mitgenommen. Ich hatte es vorher mit der Ärztin besprochen und sie sagte, dass Lotte mit ihrem Papa reingeholt werden könnte, sobald sie gesehen habe, dass alles okay sei. So saß Lotte dann auf Papas Schoss und konnte zum ersten Mal ihr Geschwisterchen fälschlicherweise als Bruder bezeichnen. Die Ärztin erklärte ihr, wie das Baby lag, wo das Köpfchen wäre und sie konnte sich ein Bild davon machen, dass da etwas in Mama heranwuchs. Natürlich hat sie es vielleicht nicht so verstanden, wie Teenager es verstehen würden, aber sie war ein Teil davon und als wir in den Büchern zusammen sahen, dass ein Arztbesuch anstand, konnte sie es direkt mit unserem Arztbesuch in Verbindung bringen.

3

gemeinsame Kugelzeitden Babybauch pflegen

Das Thema Bauch ist hier wirklich sehr groß, und das nicht nur, weil der Bauch an sich sehr groß ist^^. Es ist die erste sichtbare Veränderung, die die Kids so wahrnehmen und dadurch furchtbar spannend. So haben wir es zu unserem Abendritual gemacht Mamas Bauch mit Öl einzureiben. Dabei darf auf dem Bauch gemalt werden, die Hand oder das Ohr an den Babybauch gehalten werden. Es wird gestreichelt, geküsst und mit dem Baby gesprochen. Danach ist Lottes Bäuchlein dran. Ich glaube dass uns dieses Ritual in ein paar Wochen sicher sehr fehlen wird.

Credits: Nathalie Schieren Fotografie

4

wir machen Platzfür das Baby entrümpeln und etwas Neues gestalten

Da wir kein Babyzimmer haben werden (Familienbett juchee), habe ich meinen Nestbautrieb etwas anders ausgelebt. Wir haben entrümpelt, geputzt, sortiert und durchgesehen. Lotte fand das alles natürlich wahnsinnig spannend und war hin und weg von ihrem „neuen“ Babyspielzeug, dass bei ihr wohl vollkommen in Vergessenheit geraten war. Sie hat geholfen die Babywäsche zu waschen, durfte mit entscheiden welche Baby-Utensilien wo ihren Platz finden sollten und wir haben Bilder fürs Baby gemalt. Ich glaube, wenn man die Kids aktiv daran beteiligt, Platz für das neue Baby zu schaffen, kann das große Kind diesen Platz auch sinnbildlich besser freischaufeln.

Credits: Nathalie Schieren Fotografie

5

der „Notfallrucksack“die Tasche für die Geburt packen

Das Traumszenario, nämlich dass das große Kind gerade bei der Tagesmutter oder im Kindergarten spielt, während Mama mal eben ein Baby zur Welt bringt, klingt für mich eher utopisch. Aus diesem Grund habe ich mich drauf eingestellt, dass Lotte von Zuhause aus bei der Tagesmutter vorbei gebracht wird, bis die Großeltern kommen, um sie zu betreuen. Für diesen Fall möchte ich ihr jedoch einige Dinge mitgeben, damit auch sie alles parat hat. Neben Windeln und Wechselkleidung durfte sie sich zusätzlich Spielzeug, Bücher und Süßkram für den Notfall-Rucksack aussuchen. So konnten wir toll besprechen, was denn in so einer Situation passieren wird.

6

der Geschwisterkurswenn Hebammen zur Gruppenstunde einladen

Leider habe ich viel zu spät gesehen, dass das Geburtshaus in Aachen einen solchen Kurs anbietet, denn die Idee dahinter finde ich einfach toll: hier wird mit vielen Kindern darüber gesprochen, wie sich der Alltag mit Baby so anfühlen kann, welche Veränderungen es gibt und mit Babypuppen wird gemeinsam geübt, wie man sein Geschwisterchen am besten halten kann. Für etwas ältere Kinder ist das sicherlich eine ganz tolle Sache und ich habe gesehen, dass diese Kurse in vielen Städten angeboten werden. Am Ende freuen sich die Kids über eine Urkunde. Ich finde die Idee wirklich sehr schön.

7

reden, reden, redenUnterschätzt die Kinder nicht

Zum Schluss der wahrscheinlich wichtigste Tipp: redet mit den Kindern. Immer, überall und ohne Tabus (natürlich kindgerecht). Unterschätzt einfach nicht, was eure Kids alles so verstehen können oder nicht. Ich glaube, wenn wir mit den Kindern auf Augenhöhe kommunizieren, lässt es auch wenig Raum für eigene Interpretationen und somit müssen die großen Kleinen sich nicht unnötig Sorgen machen oder ihre Phantasie mit Halbwahrheiten schmücken. Denn am Ende haben die Kids einfach alle sehr feine Antennen und nehmen unsere Stimmungen eh auf.

Geschwister Vorbereitung aufs Baby

Credits: Nathalie Schieren Fotografie

 

Und jetzt seid ihr dran: Habt ihr noch weitere Tipps? Wie habt ihr eure Großen an die neue Situation herangeführt? Erzählt uns eure Erfahrungen und wenn ihr diesen Artikel interessant oder hilfreich fandet, freue ich mich, wenn ihr ihn teilt.

Groetjes,

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1 Kommentare

  1. Wow, so wunderbare Bilder und so wunderbare Vorbereitungen. Ich finde Ihr macht das wunderbar und hach – so unendlich liebevolL!! TOLL!

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