10 Gründe warum das Leben mit Kleinkind einem Gang durch ein Minenfeld gleicht

So um den 18. Lebensmonat eines Kindes (bei besonderen Exemplaren auch schon früher – ich habe das Glück, so ein Exemplar mein Kind nennen zu dürfen) werden aus den ständig kuschelnden, Bäuerchen- und Fliegergriff-Experten, hartgesottene Kleinkind-Eltern.
Spätestens dann entwickelt sich aus einem Elternteil ein multiple-tasking Genie, das von null auf hundert dem Kind mit der Windel hinterher sprinten kann, ständig Essen vom Boden schrubbt und am Ende des Tages völlig fertig, bekleidet mit einem extrem dünnen Nervenkleid, auf das Sofa fällt.

Also wenn ich eines behaupten kann, dann ist es das: das Leben mit Kleinkind wird sicher nie langweilig!

Bild: Nathalie Schieren Fotografie

Vielmehr gleicht es einem Gang durch ein Minenfeld – eine falsche Bewegung und alles fliegt dir um die Ohren:

#1

Gestern morgen ist dein Kleinkind mit guter Laune wach geworden und hat dir bereits um 6 Uhr in der Früh so viele Geschichten referiert, dass Bücher damit gefüllt werden könnten.
Heute lastet der Weltschmerz, direkt nach dem Öffnen der Augen, auf den Schultern deines Kindes. Beruhigung zwecklos! Don’t worry, morgen werden die Karten wieder neu gemischt.

#2

Das Wechseln der Windeln gleicht einer waghalsigen Bombenentschärfung – eine falsche Bewegung, nur kurz mal nicht mit vollem Elan dabei das Kind abzulenken, schwupps bricht der Wut-Vulkan aus und es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt, als auf dem Wickeltisch vor dir zu liegen.

#3

Sich selbst anziehen klappt noch nicht wirklich. Sich selbst ausziehen aber sehr wohl! Preist du die Anziehsachen, die du am Vorabend liebevoll aus dem Schrank gelegt hast, nicht mit viel Tammtamm an, weigert sich dein Götter-Kind nicht nur sie anzuziehen, nein, sie fliegen dir auch wieder um die Ohren.

#4

Du hast dich und dein MiniMe gerade angezogen und einigermaßen zurecht gemacht – Freu dich nicht zu früh! Das Kind muss noch Zähneputzen und der nächste Zahnpasta-Fleck wartet schon auf euch!

#5

Beim Frühstück mit dem Kindelein tappst du jedes Mal aufs Neue im Dunkeln – Soll das Brot heute zusammengeklappt oder gestückelt werden? In 6 oder 8 Stückchen? Okay, doch nur 4? Zu spät! Ach, du willst es selbst schmieren? Okay, nun doch lieber Wurst anstatt Käse – try and error – etwas Anderes bleibt dir nicht übrig!

Bild: Nathalie Schieren Fotografie

Bild: Nathalie Schieren Fotografie

#6

Sich in der Wohnung sorglos fortbewegen? Vielleicht sogar Barfuß gehen? Selbst schuld – selbst ein Fakir meistert die Holz-Puzzelteile mit Griff oder die Duplo-Steine nicht ohne schmerzverzerrtes Gesicht!

#7

Du wirst zum Überredens-Künstler sobald das ‚Neinchen‘ erst einmal bei euch eingezogen ist. Anforderungen werden abgeschmettert: „NEIN!“. Alternativen sind sowieso doof: „NEIN!“. Wenn du dann einlenkst und tust, was euch beide zufrieden stellen könnte, kann es trotzdem hochexplosiv werden: da wird aus einem „NEIN!“ von vor 2 Minuten genau das, was jetzt überlebenswichtig ist.

#8

Bete, dass dein Kleinkind heute nicht unbedingt den linken Fuß in den rechten Schuh pressen möchte. Räumliche Grenzen werden genauso wenig freudig begrüßt wie deine Eigenen. Und wenn es nicht klappt, dann liegt es nicht an den Skills deines kleinen Wüterich, es liegt immer, IMMER, an den Schuhen, der Jacke oder dem Drei-Eck das einfach nicht in das Loch passen will! Und biete ja keine Hilfe an und vermeide Augenkontakt, denn sonst liegt alles an DIR!

Hier wird aus Protest kurzerhand auch im Regen ein Sit-In hingelegt

#9

Deinen eigenen Besitz und dein gesamtes Hab und Gut hast du gegen dieses kleine Bündel voll TNT eingetauscht, an dem Tag als ihr euch kennen lerntet. „Gibst du mir bitte den Staubsauger?“ – „MEINS!“. „Das ist Mamas Handy. Gib es mir bitte wieder.“ – „MEINS!“. Eine Karriere als Gerichtsvollzieher/in kann in dieser Phase schnell als zukunftsweisend gesehen werden.

#10

Am Ende des Tages, bist du ebenfalls am Ende. Aber für dein quirliges Power-Menschlein ist noch nicht aller Tage Abend. Sollte Papa das Kind bis gestern noch jeden Abend ins Bett bringen, muss es heute, am geplanten Mädelsabend, unbedingt die Mama sein! Werden die Kuscheltiere sonst mit Elan aus dem Bett gepfeffert, müssen sie heute unbedingt alle in einer für dich noch unklaren Ordnung ins Bett sortiert werden. Tür auf? Tür zu? Licht an, oder Licht aus? Egal wofür du dich entscheidest, mach einfach das Gegenteil, dann liegst du richtig. Oder?

Hach ja, das Leben mit Kleinkind wird einfach nie – einfach! Aber die Augenblicke dazwischen, die sind einfach toll! <3

Mutter-Kind Liebe

Signatur

Erzählt mal, wie ist euer Dauerlauf durch das Minenfeld denn so? Was bringt deinen Toddler zum Kochen?

 

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6 Kommentare

  1. Haha, ich musste schmunzeln und verständnisvoll nicken als ich deinen Post gelesen habe. Sooo true :D Meiner wird in paar Tagen 2 und ich kenne ALLES, von dem was du aufgezählt hast :D
    Dein Schreibstil mag ich!

    Alles liebe,
    Birte
    http://show-me-your-closet.de/

    • Hallo Birte, danke für die Blumen ;) Lotte ist auch knapp 2 und manchmal frage ich mich, ob das schon der Gipfel ist. Meinst du, das wird noch schlimmer? ^^
      Ich schick dir mal ne Tüte Mitleid rüber, aber lass mir bitte was drin 😂
      LG Sarah

    • Haha, Laura, was soll ich da jetzt sagen. Öhm, lass es auf dich zu kommen ^^ Viel Stärke schon mal 😂 und ganz liebe Grüße an dich und deinen (B)Engel ;)

  2. Hallo Sarah, ja es wird schlimmer 😂! Ich habe zwei Exemplare zu hause. 2,5 und 3,5. Oh man sag ich dir….
    Manchmal zum lachen, manchmal zum weinen und manchmal zum verzweifeln. Aber wenn dein Kind zum ersten mal sagt Mama ich liebe dich, dann vergisst man die anderen Stolpersteine.

    Lg Kati
    http://www.kuchenkindundkegel.de

    • Hallo Kati, na du machst mir ja Hoffnungen 😂 Ja, sie können ja auch zuckersüß sein, also wenn Sie schlafen 😂 Viele liebe Grüße, Sarah

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