10 Alternativen zur stillen Treppe – DAS hilft auf Dauer wirklich

Stille Treppe Alternativen

Auszeiten, sogenannte Time-out Techniken gelten für viele Pädagogen und Eltern heute immer noch zu einer wirksamen Methode um Kinder zu erziehen. Gerade in der Trotzphase gilt zb. die stille Treppe als hilfreiche Möglichkeit Kinder zu bestrafen. Warum diese Maßnahme aber nur auf den ersten Blick hilft und was ihr stattdessen lieber tun solltet, erzähle ich euch hier.

Die stille Treppe – Kinder bestrafen unter dem Deckmantel der Verhaltenstherapie

Die stille Treppe, der stille Stuhl oder die Kinder einfach mal vor den Klassenraum oder ins Kinderzimmer setzen – das Vorgehen hat viele Namen. Eingesetzt wird die Methode der Auszeit auf verschiedenste Arten und in der Erziehung gilt sie oft als das Allheilmittel für „aufsässige“ Kinder, die nicht gehorchen.

Was ist eine Auszeit und wofür soll sie gut sein?

Spätestens seitdem die damalige TV-Show der ‚Super-Nanny‘ lief, dachten alle „aufgeklärten“ Eltern, dass die stille Treppe eine tolle Alternative wäre, um Kindern eine Auszeit zu gönnen. Indem man als Erwachsener das „unkooperative“ Kind in diese Pause schickte, hätte das Kind genügend Zeit um „herunter zu fahren“ und auch über die vorangegangene Situation nachzudenken.

Diese Methode stammt aus der Verhaltenspsychologie. Hier werden den positiven Verhaltensweisen eines Kindes belohnt und negatives Verhalten wenig Aufmerksamkeit entgegen gebracht, ignoriert oder mit Konsequenzen belegt.
Dem Kind soll somit vermittelt werden: dein Verhalten akzeptiere ich nicht, es bekommt von mir keine Aufmerksamkeit. Wenn du dich meinen Wünschen entsprechend verhältst bekommst du wieder die Aufmerksamkeit von mir, die du dir wünschst.

So funktioniert Erziehung – werden sicherlich viele Erwachsene denken. Auch ich habe noch vor einigen Jahren so gedacht. Und dass es die richtige Vorgehensweise ist, hat die Methode selbst bestätigt, denn es hat tatsächlich immer wieder geholfen. Die Kinder toben die erste Zeit vielleicht noch, aber irgendwann geben sie auf und verhalten sich so, wie wir, die Erwachsenen es erwarten.

Dass diese Methode jedoch nur funktioniert, weil die Kinder vermeiden wollen bestraft zu werden und somit gar keinen Bezug zu der eigentlichen Situation finden, war mir damals noch nicht klar. Und auch nicht, dass sie es aus Angst vor dem Liebesentzug tun.

Gerade in der arbeit als Schulsozialarbeiterin wurde mir immer wieder klar: der stiile Stuhl oder das setzen vor das Klassenzimmer sind absolut kontraproduktiv. Auf den ersten Blick hat die Klasse Ruhe vor dem Störenfried, aber hinter der aufsässigen Fassade fühlt sich das Kind gedemütigt und nicht gesehen. Indem die Pädagogen (und Zuhause auch die Eltern) das Kind ausschließen und denunzieren wächst die Wut und schwindet der Selbstwert. Klar, dass dadurch der nächste Zwischenfall vorprogrammiert ist. In Gesprächen mit den Kindern habe ich außerdem immer wieder gemerkt: sie konnten die „Auszeit“ nicht zum nachdenken nutzen. Sie fühlten sich ungerecht behandelt und konnten die Situation eigentlich erst im Gespräch mit mir aufarbeiten. Das zeigt: Kontakt ist wichtiger und nützlicher als Kinder zu ignorieren.

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Die Alternativen

Ich gehe mal davon aus, dass es den meisten Menschen geht, wie es mir noch vor ein paar Jahren ging: sie gehen davon aus, dass diese Methode wichtig für die Erziehung der Kinder ist. Wichtig um ihnen zu zeigen, dass ein derartiges Verhalten unerwünscht ist und ihnen die Möglichkeit für ein Cool-down geben wollen.

Als ich mich in den Anfängen der Kleinkind-Phase näher mit den Wutanfällen meiner Tochter beschäftigt habe, suchte ich nach Alternativen zu diesen Maßnahmen. Denn es fühlte sich ganz und gar falsch an, mein Kind einfach ein – oder auszusperren. Ich wollte meine Tochter nicht für ihre Entwicklungsphase bestrafen. Die stille Treppe war für uns keine Lösung. Was jedoch seitdem sehr wohl hilft sind folgende Tipps:

1. Keep calm – Sei ein Vorbild

Ja, diese Wutausbrüche können manchmal wirklich nervig sein, Kräfte rauben und an die eigene Substanz gehen. Es hilft jedoch, wenn man sich als Eltern immer wieder vor Augen führt, dass diese Situation auch für das Kind sehr anstrengend ist.
Sei dir darüber bewusst, dass auch du frustriert bist, wenn deine Erwartungen und Wünsche nicht erfüllt werden. Wir können es als Erwachsene (im besten Fall) nur besser kontrollieren.
Wenn du selbst ruhig und ausgeglichen in diese Situation gehst, kann sich die Haltung besser auf dein Kind übertragen und es merkt, dass Gelassenheit der Schlüssel ist, um eine Frustration bewältigen zu können.

2. Halte die Gefühle aus, begleite und spiegle

Es ist sicherlich nicht immer einfach die extremen Gefühle des Kindes auszuhalten. Oft liegt es an unserer eigenen Verfassung. Sind wir gerade vielleicht eh übermüdet, genervt vom Job und fühlen uns gestresst, dann liegt unsere eigene Reizschwelle ebenfalls viel niedriger. Jedoch haben wir einen deutlichen Vorteil dem Kind gegenüber: wir können für unser Verhalten die Verantwortung übernehmen und kennen Möglichkeiten uns selbst zu beruhigen. Kinder müssen diese Fähigkeit erstmal lernen und dabei benötigen sie unsere Unterstützung.
Indem wir den Kindern sagen, was da gerade mit ihnen passiert („Du bist gerade sehr wütend, das kann ich verstehen.“) geben wir ihnen das nötige Werkzeug, um eines Tages genau diese Gefühle benennen zu können, ohne sie übermäßig ausleben zu müssen.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass die Kinder sich nicht allein gelassen fühlen. Sie merken so, dass sie sich immer auf ihre Bindungsperson verlassen können und sie so akzeptiert werden, wie sie sind. Und das ist es doch, was auch wir Erwachsenen uns auch von unseren Mitmenschen wünschen, daher dürfte der Wunsch danach gut für uns zu verstehen sein.

3. Biete Trost an

Und was gibt es Schöneres, als von dem Menschen, mit dem wir gerade eigentlich eine Auseinandersetzung haben, tröstend in die Arme genommen zu werden?
Das ist doch ein tolles, geborgenes Gefühl, oder etwa nicht? Es zeigt uns: egal was ist, auch wenn wir mal böse aufeinander sind, unsere Herzen finden doch wieder zueinander. Wir können uns auf die Liebe und Freundschaft des Anderen verlassen. Egal wie ich mich gerade fühle, mein Gegenüber sieht mich und möchte dass wir wieder gut miteinander umgehen.

Und auch Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos, halten schwerwiegendes Fehlverhalten aus – da sollten wir Erwachsene ebenfalls leicht über unseren Schatten springen können.

4. Begegne deinem Kind auf Augenhöhe

Es ist schwer die Autoritätsrolle aus den Köpfen der heutigen Erwachsenen zu bekommen. Oft haben wir das Gefühl wir müssen das Ruder übernehmen, um ein Umdenken bei dem Kind zu erzielen. Und natürlich haben die erwachsenen Bezugspersonen die Pflicht, die Führung der Familie zu übernehmen. Allerdings geraten wir leider immer wieder in die Situation, dass wir diese Macht missbrauchen und dabei die Bedürfnisse und die Persönlichkeit Anderer übersehen.
Wenn wir das Kind also aus der Situation schicken, Konsequenzen verhängen und Machtworte gebrauchen, dann handeln wir vermutlich so, wie wir einen Erwachsenen in einem Streit niemals behandeln würden. Wir bestimmen über das Kind und geben vor, dass es nur diesen einen Weg gibt: so zu handeln, wie wir es für richtig halten.
Ich glaube aber, dass wir niemals unseren Partner beispielsweise in einem Streit auf einen Stuhl in die Ecke oder einen anderen Raum kommandieren würden. Und warum? Weil wir einem Erwachsenen keine Vorschriften machen können/wollen. Weil wir vielleicht befürchten, dass unser Partner uns dann verlassen könnte. Oder weil wir der Meinung sind, es ändert nichts an der eigentlichen Situation und löst auch das Problem nicht.
Wieso sollte es dann bei einem Kind nachhaltig funktionieren ohne die Beziehung zu beeinträchtigen?

5. Geht aufeinander zu, anstatt euch voneinander zu entfernen

Wenn Menschen miteinander streiten, dann distanzieren sich nicht nur ihre Meinungen und Herzen von einander. Sie gehen auch räumlich oft auf Distanz zu einander. Sie drehen sich voneinander weg, lehnen sich mit verschränkten Armen nach Hinten, stehen einige Schritte voneinander entfernt oder schreien sich gar aus dem Nebenzimmer an. Achtet vielleicht einmal darauf, wie weit ihr von eurem Streitpartner entfernt seid, wenn es zu einer Auseinandersetzung kommt.
Ich habe mal den Versuch gemacht und ich kann euch sagen, dass es beinahe unmöglich ist, sich zu streiten und dabei beispielsweise die Hand des Anderen zu Halten.
Wenn das Kind also einen Wutanfall bekommt, ladet es dazu ein, dass ihr euch auch körperlich wieder näher kommt. Fragt es, ob es eine Umarmung haben möchte. Bietet an, gemeinsam ein Buch zu lesen und dabei auf eurem Schoß zu sitzen oder bietet an, gemeinsam ein Spiel zu spielen.
Ein Time-In fördert nicht nur eure Beziehung, sondern gibt eurem Kind genau die Aufmerksamkeit, die es gerade braucht. Ihr belohnt es dabei nicht für sein Verhalten, sondern zeigt ihm, dass der Kontakt zu den Bezugspersonen Balsam für die Seele sein kann.

6. Nimm dir eine Eltern-Auszeit

Manchmal geht es jedoch nicht anders und als Mama oder Papa haben wir das Gefühl jeden Moment zu explodieren, wenn das Kind nicht sofort aufhört zu weinen, zu quengeln oder zu wüten.
Keine Sorge und kein schlechtes Gewissen – wir sind alle nur Menschen und schwingen mit unserer Umgebung mit. Jeder hat seine Grenzen und benötigt eine Auszeit. Und machmal ist es ohne diese Pause gar nicht möglich noch angemessen zu reagieren.
Wichtig ist, dass ihr für diese Auszeit Verantwortung übernehmt. Schaut eurem Kind in die Augen und sagt ihm/ihr, dass ihr eine kurze Pause benötigt. Dann fragt euren Partner, ob er die weitere Situation begleiten kann und trinkt einen Tee oder geht kurz vor die Tür und macht einen Spaziergang. Das tut nicht nur euch gut, weil ihr Abstand zu der Situation gewinnen könnt und wieder gestärkt in den Umgang mit eurem Kind treten könnt, sondern bringt auch eurem Kind etwas. Manchmal ist es für Kinder nämlich äußerst wohltuend mit einer anderen Person noch einmal neu anzufangen. Das bringt frischen Wind und Emotionen in die Situation und oft kann der vorherige Weltschmerz schon mit einem lieben Lächeln und einer Umarmung einer unbeteiligten Person, aus der Welt geschaffen werden.

Manchmal ist aber niemand zur Stelle, der dich ablösen könnte. Vielleicht ist der andere Elternteil gerade arbeiten, einkaufen o.ä.
Hier musst du dir selbst eine Auszeit verordnen, ohne dein Kind allein zu lassen. Nimm wieder Augenkontakt zu deinem Kind auf, sag, dass du eine kurze Pause benötigst und biete an, dass auch dein Kind kurz Luft holen kann. Macht euch beiden einen Tee oder sag deinem Kind, dass du kurz im Nebenraum bist. Lass‘ die Tür auf, und atme ein paar Mal tief ein und aus. Mache dir klar, dass dein Kind dich gerade braucht und sich nur beruhigen kann, wenn auch du ruhig bist.

7. Biete Alternativen an

Wenn wir Erwachsenen sauer oder enttäuscht sind hören wir Musik, die uns wieder glücklich macht, wir lenken uns mit Beschäftigungen ab, machen Sport oder rufen die beste Freundin an oder gehen ein Bierchen mit dem besten Kumpel trinken.

Kinder weinen, schreien, quengeln, spucken, treten oder schmeißen sich auf den Boden. Sie werden impulsiv, weil sie noch nicht gelernt haben sich selbst zu beruhigen oder ihrem Frust anders zu begegnen. Das lernen sie erst durch uns, indem sie es sich abschauen oder weil wir ihnen Alternativen anbieten.

Das Werfen oder Kneten eines Stressballes kann bereits eine Lösung sein. Boxt gemeinsam in ein Kissen oder schreit lauthals hinein. Manchmal hilft es Kindern aber auch ein Wutbild zu malen – ein Wachsstift in die eine Hand und ein Blattpapier vor die Nase und los geht es. Oder tanzt gemeinsam ausgelassen zu lauter Musik und macht einen gemeinsamen Wuttanz. Probiert ruhig gemeinsam einige Alternativen aus und wendet an, was euch beiden Erleichterung schafft.

8. Lass dein Kind teilhaben

Wenn ein Anderer über uns bestimmt, frustriert das, denn dann haben wir keine Kontrolle über die Situation und fühlen uns hilflos.
Wenn dein Kind eine Grenze spürt, geht es ihm genau so. Wenn du deinem Kind jedoch die Chance gibst, mitzuwirken wird es die Grenze besser akzeptieren können.

Anstatt direkt nein zu sagen, biete eine Alternative zur Auswahl an.
Sagen wir dein Kind möchte gern über die Straße rennen, das ist dir aber natürlich zu gefährlich. Biete deinem Kind an, dass ihr beiden Hand in Hand über die Straße rennt, Hand in Hand.
Oder es möchte unbedingt etwas Anziehen, was du für die Jahreszeit nicht angemessen empfindest. Biete deinem Kind zwei alternative Kleidungsstücke an. Indem dein Kind entscheiden darf, hat es das Gefühl selbst zu entscheiden zu können.

9. Löst das Problem gemeinsam

Dein Kind ist frustriert, weil es an seine eigenen Grenzen stößt oder sich an deiner Grenze reibt. In dem du nun Verbote aussprichst hinderst du dein Kind daran aus dieser Situation etwas zu lernen. Du übernimmst die Verantwortung und dein Kind muss sich mit dieser Gegebenheit abfinden. Das ist vielleicht die schnellere Lösung, aber nicht die effektivere.

Frag dein Kind, warum es unbedingt genau das jetzt tun möchte oder sich genau so gerade verhält. Versuche zu verstehen, mit welchem Problem dein Kind gerade hadert. Wenn du verstehst, worum es deinem Kind eigentlich geht, findest du vielleicht bereits eine Lösung, an die du vorher gar nicht gedacht hast. Indem du dich auf die Augenhöhe deines Kindes begibst, nimmst du direkt etwas Anspannung aus der Situation und bietest Raum einen Perspektivwechsel einzunehmen. Für euch beide.

Überlegt gemeinsam wie ihr das Problem lösen könnt. Kinder sind dabei sehr kreativ und du hast die Chance deinem Kind beizubringen, warum dieses und jenes vielleicht nicht funktioniert. Lass dein Kind verschiedene Möglichkeiten ausprobieren. Auch wir Erwachsenen lernen am besten über das Try-and-error-Prinzip.

10. Lass natürliche Konsequenzen walten

Manchmal schalten wir Eltern uns in einen Lernprozess ein und unterbinden damit, dass unser Kind von den natürlichen Konsequenzen lernt. Das ist normal, wir wollen nicht, dass es sich verletzt, krank wird, oder mit einem anderen Kind Streit hat. Kinder in der Autonomiephase haben jedoch noch Schwierigkeiten dabei vorausschauend zu denken und demnach angemessen zu handeln.

Dein Kind will die Jacke nicht anziehen, wenn ihr das Haus verlassen wollt? Pack die Jacke ein und lass es ohne aus dem Haus gehen. Wenn es friert, biete die Jacke wieder an und sage dabei, dass es ja auch sehr kalt ist. So lernt es Ursache und Wirkung miteinander zu verknüpfen und es reicht beim nächsten Mal vielleicht, wenn du erwähnst, dass es kalt draussen ist.

Fazit

Die Trotzphase bzw. Autonomiephase kann sehr anstrengend sein – für alle Beteiligten. Wichtig ist, dass du dir bewusst machst, dass dein Kind zu diesem Zeitpunkt besonders viel Unterstützung benötigt. Begleite es in dieser Phase seine eigenen Rückschlüsse zu ziehen und sorge dafür, dass ihr aus dieser Situation in eine weniger angespannte Situation findet. Sei ein Vorbild und lasse dein Kind lernen. Hole dir Unterstützung und beteilige dein Kind an der Lösung des Problems.

Ich hoffe hier vernünftige Alternativen aufgezeigt zu haben, um die Methode der stillen Treppe auch für euch zum No-Go zu machen.

Erzählt mir aber gern, was ihr von den Methoden haltet. Wie schafft ihr es einen kühlen Kopf zu bewahren und der Trotzphase die Stirn zu bieten?

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Stille Treppe Alternativen

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7 Kommentare

  1. Super geschrieben und erklärt! Auch wenn es einem oft schwer fällt, sind deine genannten Punkte wirklich gute Tipps!
    Hier müssen manchmal auch beide Parteien kurz den Raum verlassen, bevor es explodiert. Das klappt und meist löst sich danach das Problem!
    LG Sandy :-)

    • Find ich auch völlig legitim, solange das Kind nicht zur Strafe ausgesperrt wird. Abkühlen muss man sich eben manchmal

  2. Toll geschrieben. Nur bei einem Punkt kann ich nicht mitgehen: wenn man die Kinder/Jugendliche im Klassenraum lässt, stören sie die restlichen Kinder. Das wäre unfair. Gespräche kann man hinterher auch noch führen.

  3. Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Ich erziehe meine Kinder genau so….
    Leider wird mir von allen Aussenstehenden (Lehrer, Eltern, Ergotherapeutin usw.) vorgeworfen, ich wäre zu liebevoll, weich. Ich würde sie verhätschelt, nicht durchgreifen. Es macht mich einfach total traurig.
    Mein Sohn ist leider schon mit gerade 6 eingeschult worden. Er hängt vor allem in Deutsch hinterher. Er stört im Unterricht, passt nicht auf. Und mir wirft man die Defizite vor.
    Ich hasse es.

  4. Schöner Artikel, der gut zusammenfasst. Privat gebe ich mein Bestes, meine Kinder so in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu stützen.
    Im schulischen Kontext verstehe ich den Ansatz und die Kritik an den Auszeiten auch, sehe mich in meinem Berufsalltag allerdings oft alternativlos. Denn es haben noch 25-30 Kinder das Bedürfnis nach und das Recht auf Lernen und eine Auszeit eines Kindes dient vor allem dem Schutz vieler. Ich bin nicht glücklich mit dieser Lösung und wäre sehr froh über Alternativen für den Schulalltag bei einer Lehrkraft und 25-30 Schülern. Gerne auch per Mail. :) Lieben Gruß

    • Sarah Brauer

      Hallo Saskia,

      ich bin auch Mutter und Grundschullehrerin. Bei meinen eigenen Kindern gehe ich auch den Weg der bedürfnisorientierten Erziehung aber wie du es beschreibst, stehe auch ich in der Schule vor den gleichen Problemen. Das System ist ein System des Belohnens und Bestrafens und die Kinder kennen von Eltern und Kollegen oft nichts anderes. Wenn Kinder permanent stören, sodass ein weiteres Unterrichten nicht möglich ist, setze ich sie auch in den Nebenraum zu einer Kollegin. Wichtig finde ich das reflektierende Gespräch hinterher. Nur leider ist dafür in der Schule oft die Zeit zu knapp. Vor allem wenn man viele „schwierige“ Kinder in der Klasse hat und in der Pause den Raum wechseln muss.
      Geholfen hat mir das Buch „Learning to Trust“. Dort wird der Weg einer amerikanischen Lehrerin beschrieben, die die attachment Theorie in der Schule umsetzt. Das Buch bietet viele hilfreich Tipps und Handlungsalternativen und es sind konkrete Situation und Gespräche wiedergegeben. Ein tolles Buch! Leider nur auf Englisch verfügbar.
      Wennschon Lust hast, würde ich mich über einen Austausch freuen!

      Herzlichst Sarah

  5. Das ist ein toller Text und schöne Ideeen.
    Gerade mit der Tasse Tee, das gefällt mir, das werde ich mal probieren. Könnte mir vorstellen, dass es bei meinem Maxi gut klappen würde.

    Wenn mir die Kinder (1 und 3 Jahre) den letzten Nerv rauben, dann singe ich das, was ich gerade sagen will. Maxi sagt schon: mami, bitte danke nicht singen.

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